Burg l „Von einem Sonderpreis wussten wir bis zur Preisverleihung gar nichts. Zum Schluss wurden zwei Schülerzeitungen aufgerufen und da waren wir dann dabei“, erinnert sich Schülerin Jule Meier. Gemeinsam mit ihren Kollegen der Schülerzeitung des Roland-Gymnasiums Burg wurde sie Ende November mit dem Sonderpreis „Mein Engagement für meine Schule“ ausgezeichnet.

Sehr überrascht

„Wir waren selber überrascht, nominiert zu sein und mussten die Zeitung von einem auf den anderen Tag drucken“, sagt Lehrerin Jutta Radde. Sie kümmert sich generell um den rechtzeitigen Druck der Zeitung und steht den Schülern bei Fragen zur Verfügung.

Die Schülerzeitung „Un-Zensiert“ gibt es seit 1993 durchgängig. Das Team wurde deshalb für das 25-jährige Bestehen der Zeitung geehrt. „Die Preisverleihung war sehr aufregend und eine schöne Veranstaltung noch dazu“, sagt Johanna Schumann. Gemeinsam mit drei weiteren Schülern hat sie stellvertretend den Preis beim Jugendpresseball in Magdeburg entgegengenommen.

Zehn junge Redakteure

Insgesamt zehn Jugendliche – von der 5. bis zur 11. Klasse – engagieren sich im Team der Schülerzeitung. „Wir hoffen, dass wir mit dem Preis noch mehr Schüler zum Mitmachen motivieren können“, hofft Lehrerin Radde. Einmal pro Woche treffen sich die jungen Redakteure, um über Themen zu beratschlagen. „Jeder bringt Vorschläge, worüber er schreiben kann, und wir sortieren dann, was relevant ist und wer die Aufgabe übernimmt“, erklärt Joline Hamann. So führen die Schüler etwa Interviews mit neuen Lehrern und formulieren daraus ganze Artikel.

Auch Schulveranstaltungen und Ausflüge begleiten die jungen Medienmacher – etwa das Sommerfest oder Schachturniere. „Derjenige, der den Artikel schreibt, schießt vor Ort auch die Fotos“, sagt Johanna Schumann. Schulleiter Thomas Dreher zeigte sich stolz: „Ich bin positiv gestimmt, dass sich die Schülerzeitung noch lange halten wird“, sagte er. An die Schüler gewandt: „Ich freue mich, dass ihr die Anerkennung für eure Arbeit erhalten habt.“

Einer derjenigen, die am längsten dabei sind, ist Ahmed Elsetiha. Er besucht die neunte Klasse des Roland-Gymnasiums, hat bereits in der fünften Klasse für die Schülerzeitung geschrieben. „Ich fand es von Anfang an interessant und bin dann geblieben“, erklärt Ahmed seine Motivation. „Jetzt ist es routinierter und die Aufgaben fordern einen mehr heraus“, sagt er. So gesehen, sei er in den letzten Jahren mit der Zeitung erwachsen geworden.

Kreative Arbeit

Joline Hamann, die das Coverbild der aktuellen Ausgabe gestaltet hat, will weiter als Redakteurin tätig sein. „Ich habe ein Praktikum bei der Volksstimme bekommen und hoffe, dass ich das, was ich hier gelernt habe, dort weiter nutzen kann“, sagt sie. Das neue Cover sei der Versuch gewesen, die Schüler damit anzusprechen und zu zeigen, dass die Arbeit bei der Schülerzeitung kreativ ist.

Auch Johanna Schumann ist optimistisch, was ihre Zukunft angeht: „Ich denke, dass ich später was in Richtung Schreiben machen werde, weil es mir einfach Spaß macht“. Jule Meier schätzt besonders den Austausch mit anderen Schülerzeitungen.

„Wir haben ein Schülerzeitungs-Wochenende in Magdeburg besucht, dort viele Leute kennengelernt und gesehen, wie es die anderen machen“, erklärt sie. Dadurch entstünden auch Ideen für die eigene Zeitung.

Die älteren Schüler hoffen, sagen sie, dass die jüngeren aus der fünften Klasse ihre Arbeit weiterführen werden. „Die Fünftklässler stellen sich erstmal selber in der Zeitung vor“, sagt Jutta Padde. Dabei helfen ihnen ihre preisgekrönten Mitschüler.