Burg/Genthin l Landrat Steffen Burchhardt (SPD) ist recht stolz darauf, wieviele Schulen im Jerichower Land bereits saniert worden sind. Das Gymnasium Gommern wird nach der abgeschlossenen Sanierung die modernste Schule im Landkreis sein, kündigte er an, bezeichnete das als großen Schritt. Der nächste Schritt zur komplett sanierten Schullandschaft im Landkreis wird in Genthin getan, wie er in einem Pressegespräch ankündigte. Nachdem er mehrmals bei Neujahrsempfängen die Sanierung angekündigt habe und bei manchem vielleicht der Eindruck entstanden sei, dass Genthin ewig nicht drankomme, steht nun fest: „Das alte Haus 2 wird abgerissen und es kommt dort ein neues Gebäude hin“.

Da der Landkreis für den Neubau Fördermittel in Anspruch nehmen will, musste gegenüber die Land die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden. Sonst hat die Sanierung Vorrang. Da die Substanz des bestehenden Gebäudes aber arg marode ist, sprach auch ein Gutachten für den Neubau. „Die laufenden Kosten sind bei der neuen Substanz auch geringer“, sagte Stefan Dreßler, Verantwortlicher für Bau und Umwelt in der Kreisverwaltung.

Vorwurf der Bodenbelastung

Bedenken waren auch im Umfeld hochgekommen, weil ein möglicher Standort der Genthiner Stadthalle in der Nähe wegen der Bodenbelastung verworfen worden war. „In dem Gebiet hat es mal eine Wäscherei gegeben, nun war entscheidend, wie weit das Grundwasser belastet ist und welche Vorkehrungen getroffen werden müssen“, erläuterte Dreßler. Ein Gutachten habe ergeben, dass keine besonderen Baumaßnahmen umgesetzt werden müssen, das neue Haus 2 einfach auf einer Grundplatte errichtet werden kann. Ein komplizierteres Verfahren hätte womöglich höhere Kosten bedeutet und damit die Wirtschaftlichkeit gefährdet.

Und damit die Fördermittel. Immerhin wird der Neubau mit Kosten in Höhe von 6,2 Millionen Euro veranschlagt. Beim Land werden Fördermittel in Höhe von 2,73 Millionen Euro beantragt. Entstehen sollen in dem Gebäude sechs Fachkabinette und acht Unterrichtsräume sowie eine Mensa, Lehrerzimmer und Nebenräume. Auch soll es mit Haus 3 verbunden werden.

Prüfung ist noch offen

Eine Prüfung steht allerdings noch aus, in einer Entfernung von etwa 600 Metern gibt es zwei sogenannte Störfallbetriebe. Daher müsse geprüft werden, ob die Schule bei einem Störfall gefährdet wäre. „Wir sind am äußersten Rand des Radios, aber die Prüfung ist gesetzlich vorgeschrieben“, erklärte Dreßler. Er geht aber davon aus, dass keine Gefährdung des Gymnasiums besteht.

„Wenn wir eine Schule bauen, dann ist es uns besonders wichtig, die Vorstellungen der Lehrer und Schüler zu kennen“, sagte Burchhardt. Voraussetzung sei natürlich, dass sich das technisch und finanziell umsetzen lässt. Lehrer, Eltern und Schüler würden aber auch beim Neubau in Genthin intensiv eingebunden. Und das nicht nur, bis der Architekt seinen Entwurf fertiggestellt haben, sondern „bis die letzte Farbe abgestimmt ist“. Die Identifikation mit dem Neuen sei dann größer und wenn man weiß, worauf man sich freut, seit auch die Wartezeit leichter zu ertragen. „Und ich weiß, dass es nicht einfach sein wird“, sagte der Landrat. Um die fehlenden Klassenräume zu kompensieren, würden Kapazitäten in den bestehenden Gebäuden geschaffen, außerdem auf Standorte der Verwaltung in Genthin wie das Kreishaus ausgewichen.

Zeitplan schaffbar?

Der Zeitplan sieht vor, mit dem Abriss des alten Hauses 2 den Neubau im Frühjahr kommenden Jahrs zu beginnen. Zum Schuljahr 2021/22 soll er fertiggestellt sein. Das sei ein ambitionierter Zeitplan, meinte Burchhardt, „aber man muss sich ja Ziele setzen“.