Burg l Der kleine Jared hatte seinen Kampf im Dezember 2018 verloren. Er starb mit viereinhalb Jahren, davor wurde bei ihm Leukämie diagnostiziert. Für seine Eltern Julia Schlicht und Maik Tietz war es dennoch wichtig, die Benefizveranstaltung der Mitteldeutschen Kinderkrebsforschung zu besuchen. „Wir tun es für andere Kinder, damit sie geheilt werden können“, sagt das Paar und lobt das Engagement der Stiftung, die nun auch im Jerichower Land von sich reden machen will. „In dieser schweren Zeit haben wir viel Zuwendung erfahren“, versichert Julia Schlicht und kümmert sich liebevoll um die kleinen Zwillinge, die von diesem Krankheitsbild noch nichts wissen.

Wohl aber die Erwachsenen. Sie wollen beim Kampf gegen die tückische Krankheit möglichst viele Schritte gehen, damit die Forschung in Mitteldeutschland forciert werden kann. Und wer einmal vom Virus des Helfens infiziert worden sei, der bleibe auf jeden Fall am Ball, versicherte Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU). „Ich bin selbst mit dieser Krankheit konfrontiert worden. Für mich steht heute fest: Wann immer ich kann, haben solche Aktionen und Termine wie hier in Burg Vorrang“, sagte die Politikerin. Denn je intensiver die Forschung betrieben werden könne, umso mehr Kinder können geheilt werden.

Geld für die Forschung

Das unterstrich auch die Vorsitzende der Stiftung, Petra Hort: Das Geld komme ausschließlich den Forschungsstätten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zugute und habe somit einen hohen regionalen Effekt. Auch neueste Diagnostiken, schonende Therapieformen sowie fachliche Weiterbildungen beispielsweise für Krankenpfleger würden damit finanziert. Um den Zuhörern die Geschichte der Stiftung näher zu bringen, erklärte Hort, wie die Stiftung entstanden ist. „2002 gab es einen medizinischen Notfall im Klinikum Leipzig. Ein krebskrankes Kind konnte nur mit Medikamenten für Erwachsene behandelt werden, da es diese Arzneien für Kinder noch nicht gab. Als die Krankenkasse von dieser Behandlung erfuhr, sollten die Eltern die Kosten zurückzahlen. Verzweifelt hatten die Eltern des Kindes und der behandelnde Arzt damals die Öffentlichkeit gesucht. Die Krankenkasse habe sich dem medialen Druck gebeugt und sogar noch 10.000 Euro zusätzlich als Spende gezahlt.“

Schirmherr und Bürgermeister Jörg Rehbaum sowie Landrat Steffen Burchhardt (beide SPD) waren mit der Resonanz der Auftaktveranstaltung zufrieden: „Es hat sich gelohnt, für die Krankheit zu sensibilisieren. Wir machen auf jeden Fall weiter“, sagte der Stadtchef. Er wünscht sich, dass sich noch mehr Menschen einbringen. „Jede noch so kleine Hilfe ist erwünscht und wichtig.“ Das konnte die Mutter des kleinen Jared nur bestätigen ...