Burg l Punktlandung – der Autofahrer, den Polizeioberkommissar Frank Lorenz im Visier hatte, fuhr auf der Zerbster Chaussee genau 50 km/h. Die Geschwindigkeit der heranfahrenden Autos misst der Beamte schon in 150 Meter Entfernung mit einem Lasergerät. Erwischt der kleine rote Punkt einen Raser, drohen Punkte in Flensburg, Bußgelder oder Fahrverbote.

Polizeischüler sind dabei

Der Blitzermarathon im Jerichower Land startete gegen 10 Uhr morgens. Nach knapp einer Stunden haben die vier Beamten an der Zerbster Chaussee fünf Verstöße festgestellt, der schnellste überschritt das Tempolimit um 18 Stundenkilometer.

Die Betroffenen winkt dann Polizeihauptmeister Frank Eismann mit der gefürchteten roten Kelle aus dem fließenden Verkehr. Etwas weiter in der Einfahrt nehmen dann Polizeihauptmeister Niels Haferland und seine Kollegin, Polizeiobermeisterin Nadine Mittag, die Personalien der Autofahrer auf. Gezahlt wird aber erst später, der Bußgeldbescheid kommt per Post.

Bilder

„Wir ziehen bei den Messungen immer drei Kilometer pro Stunde ab“, erklärt Frank Lorenz, eine Hand am Messgerät. In seiner über 30-jährigen Polizeilaufbahn hat er schon so manchen Raser erwischt. „In einer 30er-Zone haben wir vor Jahren mal jemanden mit 106 Stundenkilometer geblitzt“, erinnert sich der 59-Jährige Beamte.

40 Beamte kontrollierten

Weitaus kürzer ist die Laufbahn von Jeanne Koßmann – noch: Seit März 2018 ist sie Polizeianwärterin an der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben. Heute ist „Praxisseminar“ an der Kelle angesagt: Zusammen mit Ausbilderin Sissy Grathenauer übt sie die Verkehrskontrolle in der Yorkstraße. Mit 18 weiteren Studenten lernt sie derzeit bei der Bereitschaftspolizei in Magdeburg.

Insgesamt sind an diesem Verkehrskontrolltag 40 Beamte im Einsatz: 15 Regionalbereichsbeamte von den Dienststellen im Landkreis, sowie 25 Beamte von der Landesbereitschaftspolizei, darunter die Studenten der Polizeischule.

„Wir wechseln dreimal alle zwei Stunden den Standort“, erklärt Polizeisprecher Falko Grabwoski. Dann heißt es: einpacken, weiterfahren. 149 Autofahrer durften das erst einmal nicht. Für sie hieß es: rote Kelle, rechts ranfahren.

Verkehrskontrolltage seien immer noch ein wichtiges Thema, so Falko Grabowski: „Verstöße im Bereich Geschwindigkeit sind die Ursache für viele Unfälle, bei denen Personen verletzt oder getötet werden.“

Größter Raser in Gommern

Die größten Raser fuhren an diesem Tag durch Gommern. Auf der Magdeburger Straße überschritt ein Fahrer das Tempolimit um ganze 41 Stundenkilometer, außerdem brauste ein 25-Jähriger mit 89 km/h durch den Ort. Für beide heißt das: 160 Euro Bußgeld, drei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Zumindest letzteres ist kein Problem für den Fahrer, der mit 82 Stundenkilometer durch Paplitz sauste – er hatte erst gar keine Fahrerlaubnis.