Burg l Zum neuen Jahr soll es endlich so weit sein. Seit einem halben Jahr ist sie 18, schon länger stand der Wunsch einer Blutspende auf dem Plan. Es wird das erste Mal sein, dass Katharina Ebert einen Blutspendetermin wahrnimmt. Das erste Mal Formulare ausfüllen, viele Gesundheitsfragen beantworten und das erste Mal, dass die Kanüle ihr das lebenswichtige Blut abzapft.

Eine Schlange bildete sich zum gestrigen Neujahrsspenden in der DRK-Geschäftsstelle. Der Trend zum Spenden zeigte sich bereist im vergangenen Jahr. Insgesamt 3546 Spender spendeten im Jerichower Land 1,773 Millionen Liter Blut. Darunter befanden sich 371 Erstspender, die das DRK händeringend sucht. „Die demografische Entwicklung bringt es mit sich, dass wir auf immer mehr neue Spender angewiesen sind. Es ist erfreulich, wenn junge Spender gewonnen werden können“, sagt Elke Endrulat, Gebietsreferentin des Blutspendedienstes.

Dass Katharina Ebert mit 18 Jahren die erste Spende abgibt, hätte sich das DRK nicht besser wünschen können. „Ich finde das wichtig, denn ich kann anderen damit helfen“, sagt sie. Der Gedanke daran, bei einem Unfall selbst vielleicht einmal auf das lebenswichtige Blut angewiesen zu sein, macht es einfacher. Statistischen gesehen brauchen zwei Drittel aller Menschen in ihrem Leben mal ein Blutpräparat. Zehn Minuten Spende können damit mehrere Menschenleben retten, wenn das Blut in Bestandteilkonserven aufgeteilt wird.

15 000 Spenden pro Tag benötigt

Die Teams, die im gesamten Jahr Blutspendetermin im Jerichower Land und in Sachsen-Anhalt anbieten, kommen vom Blutspendeinstitut in Dessau. Insgesamt zehn Blutspendeteams gibt es, die je nach Größe des Einsatzortes angepasst werden können. In Burg wurden zum Neujahrsspenden sieben Liegen aufgebaut, die gut belegt waren.

Vor ihrer ersten Spende war Katharina Ebert nicht aufgeregt. „Meine Mutter sagte mir, ihr sei nach dem Spenden immer schlecht geworden. Wenn das bei mir auch so sein sollte, dann habe ich es wenigstens versucht“, sagt sie lächelnd. Doch nicht nur ihr Blut spendet sie heute zum ersten Mal, auch mit ihren Organen würde sie im Notfall Menschenleben retten. „Ich habe einen Organspendeausweis ausgefüllt. Das ist mir wichtig“, sagt die 18-Jährige.

Blutgruppe Null gesucht

Nach wie vor ist vor allem die Blutgruppe Null für das Spenden gesucht. Diese hat eine Besonderheit, denn im Notfall kann das Blut Menschen mit allen anderen Blutgruppen das Leben retten. Die anderen Gruppebn A, B und AB sind untereinander nicht kombinierbar.

Im Raum des Neujahrsblutspenden sind alle Liegen und Stühle belegt. Die Blutspender erkennt man am Pflaster am Ohr. Inzwischen hat die 18-jährige Gymnasiastin sich vom Fragebogen über die Vorsorgeuntersuchung bis zur Liege vorgearbeitet. Die DRK-Mitarbeiterin wirft einen Blick auf die Armvenen und entscheidet sich für den linken Armen der jungen Spenderin. Geschult bringt sie die Kanüle in Stellung und Katharina pumpt mit einem kleinen, roten Ball.

Theoretisch kann die junge Spenderin bei Gesundheit bis zum Ende ihres 72. Lebensjahres ihr Blut zur Spende geben. Als Frau darf sie vier Mal im Jahr spenden, Männer dürfen bis zu sechs Mal. „Wir würden uns freuen, wenn die Menschen zwei Mal im Jahr spenden“, sagt Elke Endrulat. Denn 15 000 Blutspenden reichen für einen Tag – das wären 30 Spenden, die pro Tag abgegeben werden müssten.