Niegripp l Auf der einen Seite sitzen gestandene Campingfreunde und unterhalten sich über Gott und die Welt, nur wenige Meter entfernt spielen Kinder und ihre Muttis mit dem Ball. Zwischendurch winselt ein munterer Mischlingshund, der am liebsten den Bällen hinterherlaufen würde und wohl seine helle Freude daran hätte. „Das gehört bei uns alles zusammen, hier herrscht Leben auf dem Platz“, freut sich Bernd Laue. Er beobachtet als Vereinsvorsitzender das fröhliche Treiben mit einem zufriedenen Lächeln. Wohl deshalb, weil den Campingfreunden ringsherum unschwer anzumerken ist, dass sie sich hier auf dem Niegripper Campingplatz wohl fühlen und ihn ganz bewusst als zweites Zuhause betrachten.

„Viele kommen ganz selbstverständlich jedes Jahr so früh wie möglich hierher“, sagt Bernd Laue. So ist es nicht verwunderlich, dass jetzt, zum 25-jährigen Vereinsjubiläum, ordentlich gefeiert wurde, „Freundschaften gefestigt und neue geknüpft wurden“. Vor allem aber zeigte sich: „Es war richtig, dass wir uns nach der Wende entschlossen haben, einen eigenen Verein zu gründen. Auch wenn wir nicht hundertprozentig vorhersehen konnten, wie sich alles entwickeln wird“, sagt Laue.

170 Mitglieder

Er selbst kommt aus Staßfurt und kann sich, wie viele seiner Gleichgesinnten, nichts anderes vorstellen, als so oft es geht bei Niegripp zu campen. „Das heißt aber nicht, dass wir nicht auch mal im Ausland ein paar Wochen Urlaub machen“, schränkt der 74-Jährige ein. „Mal will man ja auch was anderes von der Welt sehen. Und es läuft hier alles reibungslos weiter.“ Auch deshalb, weil die Vorstandsmitglieder gut zusammenarbeiten und jeder mit anpackt. Per Vertrag steht dem Verein mit seinen stattlichen 170 Mitgliedern eine Fläche von 14.000 Quadratmetern zur Verfügung, wobei die Parzellen rund 100 Quadratmeter groß sind. Diese Fläche sei in der Regel groß genug und für jeden überschaubar. Und weil nahezu alle Berufsgruppen vertreten sind, „wird hier wie in einer Familie angepackt. Wir haben zahlreiche Handwerker unter den Mitgliedern, wobei sich jeder auf seine Weise einbringt und der Verein dadurch Kosten spart“, erläutert Laue.

Weil das Miteinander so klappt, konnte in den zurückliegenden Jahren auch die Elektroanlage komplett erneuert und umgerüstet werden. Jede Parzelle haben nun einen eigenen Zähler. Auch die Straßenbeleuchtung wurden vereint auf LED umgerüstet. „In der Folge konnten wir richtig Geld sparen und dadurch auch neue Vorhaben anschieben“, sagt Laue. Und weil es immer etwas Nützliches zu tun gibt, stehen in jedem Jahr zwei große Arbeitseinsätze auf dem Plan – im Frühjahr und Herbst. „Jeder, der kann, macht auch mit.“

Alle Parzellen ausgebucht

Mittlerweile hat sich auch deutschlandweit herumgesprochen, dass das Jerichower Land durchaus auch eine Urlaubsadresse sein kann. Die 80 Parzellen sind aktuell ausgebucht – beispielsweise mit Gleichgesinnten aus dem Schwarzwald, aus Helmstedt, Braunschweig oder auch Halle. „Wir haben – im Gegensatz zu den Anfangsjahren nach der Wende – sogar wieder eine Warteliste“, sagt der Vorsitzende.

Die Kinder in der Mitte des Platzes spielen immer weiter, ohne müde zu werden. Auch Sebastian Schulz aus Schopsdorf gehört mit der Familie zu den begeisterten Campern und ist mittendrin. „Das ist hier eine tolle Gemeinschaft“, sagt er.