Ihleburg l „Das ist der Supergau für jeden Eigenheimbesitzer“, sagte Montag Ihleburgs Ortsbürgermeister Axel Rojahn mit Blick auf die Folgen des Dachstuhlbrandes, der sich am Sonntag im Dorf ereignet hatte. Eine dreiköpfige Familie ist auf einen Schlag wohnungslos geworden. „Zum Glück funktioniert in solch einem Fall in Ihleburg die Dorfgemeinschaft“, so Rojahn, zufrieden mit der bisher gezeigten Hilfsbereitschaft der Nachbarn und Verwandten der Betroffenen.

Das ging noch am Sonntag los, als nach Beendigung der Löscharbeiten aus den unteren Räumen des Unglückshauses Einrichtungsgegenstände geborgen wurden, die unter Umständen noch brauchbar sind. Viel ist es nicht. Völlig verloren hat Familie S. alles, was in den Schlafzimmern im Dachgeschoss war, auch sämtliche Kleidungsstücke.

Die erste Nacht nach dem Brand haben die Betroffenen bei Verwandten verbracht. Dort steht ihnen aber nur ein Zimmer zur Verfügung, weshalb so schnell wie möglich der Einzug in ein anderes Notquartier geplant ist. Das stellt die örtliche Kirchengemeinde Familie S. zur Verfügung: eine Wohnung im Ihleburger Pfarrhaus. Der zuständige Burger Pfarrer Peter Gümbel war Montag in Ihleburg vor Ort, um gemeinsam mit dem Gemeindekirchenratsvorsitzenden Gerd Ernst und den Betroffenen, die so schnell wie möglich in die Wohnung wollen, notwendige Absprachen zu treffen. „Eine Küche ist vorhanden, jetzt bemühen wir uns, die Wohnung mit Möbeln aus dem Sozialen Möbellager der Diakonie in Burg so auszustatten, dass die Familie schnell einziehen kann“, so Pfarrer Gümbel zur Volksstimme.

Die Betroffenen schätzen, dass es ungefähr ein Jahr dauern wird, bis sie ihr Haus wieder beziehen können, richten sich also auf eine längere Zeit im Ausweichquartier ein.

Erst 1999 war die Familie in das Haus an der Ihleburger Ortsdurchfahrt, das einmal eine Gaststätte war und auch als Verkaufsstelle genutzt wurde, eingezogen. Die Sanierung hatte Familie S. vor allem in Eigenleistung gestemmt.

Ortsbürgermeister Axel Rojahn sicherte den Betroffenen gestern im persönlichen Gespräch die Hilfe der Ortschaft, des Heimatvereins und der örtlichen Feuerwehr zu, wenn „Manpower“, zum Beispiel beim weiteren Ausräumen des Hauses oder beim Beziehen des Ersatzquartiers gebraucht wird. „Das passiert dann auf kurzem Weg in enger Abstimmung mit der betroffenen Familie. Sicher wird es auch materielle und/oder finanzielle Unterstützung geben, da in solchen Fällen die Spendenbereitschaft der Bevölkerung erfahrungsgemäß groß ist. Aber darüber wird in den nächsten Tagen und Wochen zu reden sein, einen Tag nach dem Unglück ist es dafür noch zu früh“, so Rojahn am Montag. Über die Einrichtung eines Spendenkontos wurde noch nicht entschieden.

Jetzt wird erst einmal der Bericht der Brandursachenermittler des Landeskriminalamtes erwartet, die gestern vor Ort waren und besonders die auf dem Dach befindliche Solaranlage unter die Lupe nahmen.

Für den heutigen Dienstag haben sich die Experten der Versicherung angekündigt.