Artenschutz

Dieter Wloch baut seit mehreren Jahren in seinem Garten Insektenhotels in Woltersdorf

Der Garten von Dieter Wloch in Woltersdorf ist nicht nur für seinen Besitzer ein Ort für Erholung und Entspannung. Auch Insekten fühlen sich hier pudelwohl. Denn Dieter Wloch hat vor einigen Jahren begonnen, den Insekten eine Bleibe in Form eines Insektenhotels zu bauen.

Von Nicole Grandt
Das Insektenhotel von Dieter Wloch wird jedes Jahr erweitert, um noch mehr Insekten ein Zuhause zu bieten.
Das Insektenhotel von Dieter Wloch wird jedes Jahr erweitert, um noch mehr Insekten ein Zuhause zu bieten. Foto: Dieter Wloch
Im Garten von Dieter Wloch gibt es zudem eine Blumenwiese, bei der die Insekten Nahrung finden.
Im Garten von Dieter Wloch gibt es zudem eine Blumenwiese, bei der die Insekten Nahrung finden.
Foto: Dieter Wloch

Woltersdorf - Emsig surren die Wildbienen durch den Garten von Dieter Wloch in Woltersdorf. Die Insekten sind hier nicht nur gern gesehene Gäste, sondern viel mehr Mitbewohner. „Vor drei oder vier Jahren habe ich begonnen, ein Insektenhotel zu bauen. Erst war es noch relativ klein, es bestand aus sechs Klötzen, aber mit der Zeit ist es immer größer geworden“, berichtet der Insekten-Hotelier.

Wie kam der Woltersdorfer darauf, einen Teil des Gartens den Wildbienen zur Verfügung zu stellen? „Man hört und liest ja seit Jahren überall, dass die Zahl der Insekten immer mehr abnimmt und sie nur noch wenige Möglichkeiten für Unterkünfte finden“, erklärt Dieter Wloch. Dieser Entwicklung wollte er entgegenwirken. „Ich habe mir Bücher von meinem Nachbarn über Insektenhotels ausgeliehen. Mein Nachbar engagiert sich ebenfalls im Bereich des Arten- und Naturschutzes, deswegen konnte ich bei ihm zahlreiche Informationen finden. Und mit Hilfe der Bücher war es dann recht schnell möglich, das Insektenhotel zu bauen.“

Insektenhotels unterstützen die Natur

Insektenhotels sind in Deutschland seit den 1990er Jahren bekannt. Durch intensive menschliche Eingriffe in Natur und Landschaft, wie beispielsweise im Acker- und Gartenbau, sind deutlich weniger natürliche Insektenlebensräume vorhanden, wie offene Lehmtrockenhänge oder Totholz. Die Folge ist, dass Insektenarten sterben oder sogar aussterben. Auch der Agrarreport 2017 des Bundesamtes für Naturschutz zeigte auf, dass der Gesamtbestand der Insekten in Deutschland in den letzten drei Jahrzehnten deutlich abgenommen hat. Dies betrifft sowohl die Artenzahlen als auch die Insektenpopulationen. Dabei sind Insekten unverzichtbare Lebewesen für den Menschen. Nicht nur in der freien Natur, sondern auch auf Feldern oder im heimischen Garten arbeiten Insekten für den Menschen, indem sie beispielsweise Pflanzen bestäuben oder auch Schädlinge bekämpfen. Menschen tun mit einem Insektenhotel also nicht nur den Tieren etwas Gutes, sondern auch sich selbst. Darüber hinaus können Insektenhotels auch zu Lehrzwecken errichtet werden, etwa für die Besucher von Gartenschauen. Auch auf den Geländen von Schulen, die Kindern die Biologie der Insekten und praktischen Naturschutz anschaulich nahebringen wollen, werden sie inzwischen häufig gesehen. Insektenhotels wie das von Dieter Wloch leisten einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung und zum Artenschutz.

Auch eine Blumenwiese wurde angelegt

Im Garten von Dieter Wloch finden die Insekten aber nicht nur eine Unterkunft, viel mehr haben sie ein komplettes Programm aus Kost und Logis. „Ich habe vor einigen Jahren begonnen, in einem Teil des Gartens eine Blumenwiese anzulegen. So finden die Insekten bei mir auch ausreichend Nahrung“, berichtet er. Das Angebot kommt gut an bei den Insekten: Regelmäßig sind alle Einheiten des Insektenhotels belegt. Diese bestehen unter anderem aus Holz oder auch aus Küchenrollen. Die Inspiration für die diesjährige Blumenwiese bekam Dieter Wloch bei seinem Urlaub auf Rügen im vergangenen Jahr. „Auf Rügen gab es sehr viele schöne Blumenwiesen. Ich informierte mich dort, welche Pflanzen dort ausgesät worden waren und beschloss, dies auch in meinem Garten so anzulegen. Dann habe ich mir das Saatgut bestellt und das Ergebnis sieht nicht nur schön aus, sondern bietet den Bienen auch ein optimales Umfeld.“

Die große Zahl der Bienen, die sich in Dieter Wlochs Garten tummeln, scheinen seiner Annahme Recht zu geben.