Vehlitz l „Eine gute Mischung zu finden, mit der Alt und Jung angesprochen wird, und ein passendes Thema, das viele interessiert, ist bei unserem Erntedankfest unser oberstes Anliegen“, sagt Hartmut Specht, Ortsbürgermeister Vehlitz. Dies ist wieder gelungen.

Die Erntedankfeste in Vehlitz stehen seit vielen Jahren immer unter einem Motto. Gartenfrüchte, Tiere, Erntemaschinen und Hausschlachtung standen so zum Beispiel in den vergangen Jahren im Mittelpunkt des Geschehens. „Ansatzpunkt ist, zu zeigen, was das Dorfleben ausmacht - in der heutigen Zeit, aber auch in der Geschichte“, erklärt Hartmut Specht die Themenwahl.

Besonderes Motto

Diesmal drehte sich alles rund um Jagt und Natur. „Das Thema stand in diesem Jahr schon relativ früh fest - im Januar“, sagt Hartmut Specht. „Ich habe mit der Idee Kontakt zu den Jägern aufgenommen, und sie haben sich sofort bereit erklärt, uns zu unterstützen“, freut er sich. „Die Jäger bereichern das Dorfleben. Hat mal jemand ein Problem, das in das Metier der Jäger fällt, sind sie sofort zur Stelle und helfen.“

Bilder

Um 14 Uhr startete das Fest mit einem Erntedankgottesdienst in der evangelischen Kirche St. Stephanus, ehe das Geschehen und die Feier sich zum Gemeindehaus verlagerte. Gemeinde, der Heimatverein „Wir in Vehlitz“ und die Freiwillige Feuerwehr hatten sich wieder einiges einfallen lassen, um den Vehlitzern und zahlreichen Besuchern aus den umliegenden Ortschaften ein gelungenes Fest zu bieten.

Nach einer kurzen Ansprache des Ortsbürgermeisters übernahmen die Jagdhornbläser aus Magdeburgerforth die Regie. Die traditionsreiche Truppe, die schon seit 1952 existiert, blies zum „Auftakt der Jagd“. Im Laufe des Tages brachten sie noch verschiedenen Stücke zu Gehör, natürlich „Sau tot“ und das „Hallali“.

Viele Angebote

Schnell fanden sich die ersten Kinder an speziell für sie organisierten Angeboten ein. Großer Andrang herrschte naturgemäß auf der Hüpfburg. Mit wilden Sprüngen und Purzelbäumen hüpften die Kleinen um die Wette.

Aber auch am Bastelstand konnte man sich nicht über mangelndes Interesse beschweren. Über Stunden hinweg bastelten die Kinder unter fachmännischer Anleitung kleine Elche, Hirsche und Waldlandschaften aus Naturmaterialien. Dazu benutzten sie Birkenstämme und -scheiben, Moos, Eicheln, Kastanien und Bucheckern.

Ihr Wissen konnten die Kinder und Jugendlichen bei einem Naturquiz zum Thema Jagd unter Beweis stellen und Punkte sammeln. Punkte sammeln war auch beim Bogenschießen angesagt. Die Besten beim Quiz erhielten anschließend kleine Preise. Die besten Bogenschützen konnten sich bei der späteren Preisverleihung über Kinokarten freuen.

Wildtier-Ausstellung

Im Gemeindehaus gab es passend zum Thema des Tages eine große Wildtier-Ausstellung. Die Vehlitzer Jäger stellten dafür Trophäen, Geweihe und Felle zur Verfügung, und Alfred Herrmann vom Landesjagdverband hatte zahlreiche Exponate und Präparate mitgebracht. So konnten sich die interessierten Besucher hautnah Tiere anschauen, die man so in freier Wildbahn wohl kaum zu Gesicht bekommen würde.

Für großes Staunen sorgte die Vorführung der Falkner Michelle Riemer und Torsten Sperling. Sie zeigten mit dem amerikanischen Wüstenbussard „Oscar“ die Jagdtechnik der Falknerei und erklärten, wie die Tiere arbeiten, wie man sie abrichtet und was sie können.

Statt der sonst üblichen Grillwurst, gab es in diesem Jahr einen anderen kulinarischer Höhepunkt. Neben dem leckeren selbst gebackenen Kuchen, wurde ein Wildschweinbraten angeboten, den ebenfalls die Vehlitzer Jäger spendierten.

Den Abschluss fand das diesjährige Erntedankfest wieder mit einem Fackelumzug durch den Ort. Nahezu das ganze Dorf war auf den Beinen. Hunderte Fackeln und Lampions erhellten die Nacht, angeführt von den Ehlemusikanten aus Biederitz - ein Höhepunkt für Jung und Alt.

„Ich bin wieder sehr zufrieden mit dem heutigen Tag“, sagt Hartmut Specht. „Wie immer hat sich eine gewisse Eigendynamik entwickelt, die das Erntedankfest zu einer runden Sache gemacht hat. Alle, die heute wieder geholfen haben, waren mit einem unheimlichen Engagement bei der Sache. Vielen Dank dafür.“