Burg l Elektroautos sind die Zukunft. Burgs ehemaliger Oberbürgermeister Bernhard Sterz ist davon derart überzeugt, dass er seit zwei Jahren selbst ein Elektroauto fährt und am Mittwoch selbstredend mit dabei war, als die ersten vier Ladestationen in der Kreisstadt offiziell freigegeben wurden. „Ich bin wirklich froh, dass die Stadt hier eine Vorreiterrolle eingenommen hat und werde die Säulen auch selbst nutzen“, betonte der Magdeburger.

Ganz praktisch bedeutet dies, dass von nun an auf dem Rolandplatz, in der Alten Kaserne und auf den Parkflächen Mauerstraße und Zerbster Promenade am Flickschupark problemlos Strom getankt werden kann – mit einer Leistung von jeweils 22 Kilowatt. Betreiber der Säulen sind die Stadtwerke. Die verstehen sich mit dem Projekt als Art „Keimzelle mit großer Ausstrahlungskraft im Jerichower Land. Wir investieren damit in die Zukunft. Und zwar für den privaten wie auch gewerblichen Bereich. Gleichzeitig leiten wir auch in unserer Region die Verkehrswende mit ein“, sagte Geschäftsführer Swen Löppen.

375.000 Euro machen es möglich

Möglich wurde die Installation der Ladesäulen überhaupt durch ein Kooperationsprojekt zwischen Landesverwaltungsamt, Stadt, Stadtwerke, dem Fraunhofer-Institut und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Während das Land mehr als 375.000 Euro zur Verfügung stellte, wurde das Vorhaben für Burg auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt. Das Projekt erhielt den Namen InKoLa: Infrastrukturkopplung – Platzierung und Betrieb von Ladestationen aus Verkehrs- und Energiesicht. Dazu zählt unter anderem die Ermittlung des Verkehrsflusses, des Fahrzeugverkehrs, der Arbeitsplätze und vieler anderer Faktoren. „Innerhalb dieses Projektes erforschen Experten der Lehrstühle Logistische Systeme und Elektrische Netze und Erneuerbare Energien, wo sich ideale Standorte für Elektroladesäulen anbieten“, sagte Junior-Professorin Ines Hauer. „Wir sind schon jetzt gespannt, wie die Ladestationen angenommen werden.“

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Das ist auch Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD), der mit dem Pilotprojekt die Stadt auf dem richtigen Weg sieht. „Wir erleben auch durch die aktuellen Fördermöglichkeiten einen schrittweisen Umstieg auf Elektrofahrzeuge und halten mit den Lademöglichkeiten Schritt. Zudem machen wir die Stadt weiter zukunftsfähig.“ Und mit dem Ausbau des Zentralen Omnibus-Platzes (ZOB) werde sich die Zahl der Ladepunkte noch auf acht erhöhen.

Unterwegs mit e-Ladekarte tanken

Die ersten vier Ladesäulen in Burg bieten auch einen entsprechenden Komfort, denn die Stadtwerke sind dem Verbund „ladenetz.de“ beigetreten, der mittlerweile 6000 öffentliche Ladepunkte in Deutschland und rund 40.000 in Europa betreibt, so Stadtwerke-Geschäftsführerin Annette Meyer. Der Vorteil: Mit der e-Ladekarte der Stadtwerke kann an diesen Orten unterwegs geladen werden, mit der Ladenetz-App lässt sich unkompliziert die nächste freie Ladestation finden. Kunden können aber auch mit einer Ladekarte eines anderen Anbieters an Ladesäulen des Ladenetz-Verbundes auftanken, so Stadtwerke-Projektleiter Robert Feldberg. Die Zahl der Nutzer steige stetig. Und auch die Zahl der Elektrofahrzeuge im Jerichower Land. Wie Landkreis-Pressesprecherin Claudia Hopf-Koßmann mitteilte, sind im Jerichower Land derzeit 102 Elektro- und 481 Hybridautos zugelassen. Im Jahr 2019 waren es dagegen gerade einmal 30 Elektrofahrzeuge, im Jahr 2018 exakt 14.

Feste steht bereits, dass die Stadtwerke ihren Fuhrpark mit Elektroautos erweitern und auf dem Firmengelände weitere Ladesäulen schaffen will.