Möckern l Im Sommer 2009 forderte das Land Sachsen-Anhalt alle Einheits- und Verbandsgemeinden auf, eine sogenannte Risikoanalyse zu erstellen und den Brandschutzbedarf zu ermitteln. Mit der Gegenüberstellung von Brandschutzbedarf und vorhandener technischer und personeller Ausstattung der Feuerwehren sollten Defizite und Kapazitätsreserven sichtbar gemacht werden.

Ergebnisse nicht leicht zu akzeptieren

Die Stadt Möckern gab diese Aufgabe damals an einen externen Dienstleister weiter und beauftragte das Ingenieurbüro für Brandschutz Firosec GmbH aus Barleben mit der Erstellung der geforderten Analyse.

Als dann im Jahr 2012 der erste Entwurf der Risikoanalyse für die Einheitsgemeinde vorlag, taten sich manche Kameraden in den einzelnen Ortsfeuerwehren schwer mit den Ergebnissen. Schließlich kam die Analyse auch zu der Ansicht, dass in einigen Gerätehäusern ein zu großzügig ausgestattetes Fahrzeug stand.

Gerätehäuser aufgewertet oder neu gebaut

Im Jahr 2013 – nachdem der Stadtrat von Möckern die Analyse befürwortet hatte – begannen Stadtwehrleitung und Stadtverwaltung, die Ergebnisse der Risikoanalyse abzuarbeiten.

Was ist bislang umgesetzt worden? Antworten darauf gibt der Möckeraner Stadtwehrleiter Meik Schulz. „Zu den Anforderung Risikoanalyse gehörten zum Beispiel Gerätehäuser, Fahrzeuge, Technik und Personal sowie die Löschwasserversorgung.“ Hier habe sich schon einiges getan, so Schulz. „In Drewitz wurde zum Beispiel das Gerätehaus neu gebaut , das Gerätehaus in Theeßen wurde diese Jahr saniert, und in anderen Gerätehäusern wurden Aufwertungen stellenweise durch die Kameraden selbst durchgeführt“, zählt der Stadtwehrleiter auf.

Teichen fehlt das Wasser wegen Dürre

Besonders in den beiden zurückliegenden Jahren ergab sich aus der Trockenheit ein Problem. Vielerorts fehlte in den Teichen das Wasser. Dabei führt die Risikoanalyse eben diese Dorfteiche als mögliche Löschwasserentnahmestelle auf.

In zahlreichen Ortschaften beklagten die Kameraden in jüngerer Vergangenheit allerdings verschlammte Teiche und versandete Flachspiegelbrunnen. Dazu erklärt Stadtwehrleiter Meik Schulz: „Bei der Löschwasserversorgung wird im Moment ein Ist-Zustand zu erstellen sein, um im nächsten Jahr hier weiter zu kommen und einige Lücken und Schwachstellen zu schließen.“

Atemschutzgeräteträger fehlen weiterhin

Die Fahrzeugerneuerung wird nach Aussagen des Stadtwehrleiters kontinuierlich in Absprache mit den Ortswehren durchgeführt. Hier geht es immer auch um den Ist-Zustand der zu ersetzenden Fahrzeuge. „Für das Löschfahrzeug in Möckern, das LF 16-TS, wurden in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Fördermittel beantragt. Aber leider bis jetzt immer mit negativen Fördermittelbescheid vom Land“, so Meik Schulz. Es werde versucht, die Technik immer auf den aktuellen Stand zu halten.

Genauso wichtig wie Löschwasser und Technik ist freilich das Personal. Der Brandschutz in den Städten und Gemeinden ist zwar eine Pflichtaufgabe der Kommune, wird aber von Ehrenamtlichen ausgeübt. „Im Bereich Personal ist eine ständige Aus- und Weiterbildung der Kameraden notwendig“, sagt Meik Schulz: „Hier wurde zum Beispiel mit Stadt und Land die Bereitstellung der Führerscheine der Klasse C gefördert, um den Mangel an Maschinisten mit der erforderlichen Führerschein zur Verfügung zu haben.“

Maschinist fehlt

Trotzdem komme es ab und an vor, dass Fahrzeuge nicht ausrücken können, weil kein Maschinist vor Ort ist, der das Feuerwehreinsatzfahrzeug zum Einsatz zu bringen.

Besser aufgestellt ist die Ortsfeuerwehren der Stadt Möckern im Bereich der Führungskräfte. „Hier ist nur noch die Ortsfeuerwehr Stresow ohne einen ausgebildeten Gruppenführer. Aber es ist noch in einigen Bereichen notwendig, eine zweite oder dritte Führungskraft nachzuziehen“, sagt der Stadtwehrleiter.

Kameraden fehlen

Ein Dauerthema bei den Feuerwehren im Stadtgebiet Möckern ist die Anzahl von ausgebildeten Atemschutzgeräteträgern. „Trotz einer Zahlung einer Prämie für Atemschutzgeräteträger ist es nicht gelungen, ausreichend Kameraden dazu zu gewinnen“, heißt es seitens der Stadtwehrleitung.

Als weiteres Problem nennt Schulz die Tageseinsatzbereitschaft. Nur weil tagsüber immer mehrere Ortsfeuerwehren gleichzeitig alarmiert werden, ist gewährleistet, dass genug Kameraden zusammenkommen. Auch die Ausrücke-Ordnung, die festlegt, welche Ortsfeuerwehren gemeinsam ausrücken, ist Bestandteil der Risikoanalyse.