Burg l Inge Heisterkamp füttert regelmäßig die Schwäne und Enten auf dem Flickschuteich. Die Tierliebhaberin kennt die muntere Schwanenfamilie, die sich über jeden Bissen tierisch freut, ganz genau. Den Flickschuteich ohne die aufmerksamen Schwäne, das kann sie sich gar nicht vorstellen. Einem der noch grauen Jungtiere ist in diesen Tagen allerdings der Schmerz anzumerken: Zwischen Schnabel und Halsansatz hat sich eine feine Angelsehne verfangen. „Der Schwan leidet doch“, sagt die Burgerin entsetzt. Ein Anwohner, der den Schwan mehrfach beobachtet hat, zeigt sich mehr als traurig über den Zustand: „Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass sich noch ein Haken oder irgendein Köder am Ende befindet. Dem Tier muss doch geholfen werden.“ Denn mehr als eine Woche soll der kranke Schwan bereits auf dem Kolk schwimmen und das Fressen ihm große Mühen bereiten, berichteten Spaziergänger der Volksstimme.

Bisher keine schnelle Hilfe

Allerdings: Eine schnelle Hilfe muss erst eine Behörden-Maschinerie in Gang setzen, die es in sich hat. Ins Stocken gerät die schon bei der Frage der Zuständigkeit. Denn: Eigentümer des Flickschuteiches ist erst einmal die Stadt Burg. Schwäne sind laut Gesetz wildlebende Tiere – und die Stadt deshalb von Amts wegen außen vor. Darauf verweist Wieland Günther, zuständiger Mitarbeiter der Stadtverwaltung. „Wir wissen um das Problem und haben den Landkreis umgehend informiert. Mitarbeiter unseres Ordnungsamtes haben den Schwan gesehen. Wir hoffen natürlich, dass schnellstmöglich eine Entscheidung getroffen wird.“

Den Ball will der Landkreis aber nicht so ohne Weiteres annehmen, spielt ihn wiederum an die Stadt zurück. Unter der Hand wird behördlich auch auf den Fischereiverein Burg verwiesen, der den Teich als Angelgewässer gepachtet hat. Der Verein wiederum sieht sich nicht primär in der Pflicht. „Wir angeln erst einmal Fische“, sagt der Vorsitzende Thomas Wittwer. Dass der junge Schwan jetzt leiden müsse, sei schlimm. „Aber wir haben gar nicht die Fachkompetenz, einen Schwan tierschonend einzufangen.“ Das müsste beispielsweise ein Tierarzt übernehmen. „Selbstverständlich würden wir helfen und uns möglicherweise auch an den Kosten beteiligen, damit der Jungschwan möglichst schnell von der Sehne befreit wird“, sagt Wittwer.

Bilder

Die Lage ist verworren und hat mittlerweile auch Stadtratsmitglieder erreicht. Udo Vogt (CDU/FDP-Fraktion) war gestern auch um eine Lösung bemüht. „Das ist schwierig, darf aber nicht dazu führen, dass noch mehrere Tage ins Land gehen. Hier muss im Sinne des Tierwohls schnell eine Entscheidung herbeigeführt werden.“ Die Schwäne sind vermehrt auf dem Flickschuteich anzutreffen, weil Kolk und Ihle zu wenig Wasser führen. Und sie werden dort nahezu täglich gefüttert.

Update: Der Schwan ist wieder frei.