Vorfreude

Friseure bereiten Öffnung vor

Am kommenden Montag dürfen die Friseure wieder öffnen. Die Vorbereitungen laufen.

Burg/Genthin l Am 16. Dezember mussten die Friseure und andere Betriebe aus der Kosmetikbranche wie Nagelstudios schließen. Nach knapp elf Wochen dürfen die Friseure ab kommendem Montag wieder ihre Kunden bedienen. Anders als im vergangenen Jahr wird die Kosmetikbranche nicht gleich behandelt. Obermeisterin Erika Elsholz-Sachs ist enttäuscht und verzweifelt. „Ich weiß nicht mehr weiter, weiß nicht, was ich den jungen Frauen sagen soll, die wissen wollen, wann sie ihre Nagelstudios wieder öffnen können“, sagte sie gegenüber der Volksstimme, überhaupt seien auch die Soloselbstständigen nicht bedacht worden. Eine Anfrage an Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) blieb gestern unbeantwortet.

Bevor die erste Kundin den Friseursalon von Anke Ertzholz in der Genthiner Mühlenstraße betritt, werden erst einmal kräftig die Ärmel hochgekrempelt. Ware wurde bestellt, alles wird nach und nach auf Hochglanz gebracht und hygienisch korrekt hergerichtet. Betriebsamkeit greift hier Raum. Endlich. „Wir hatten bis Juni Superumsätze und konnten uns zunächst während der Pandemie ganz gut über Wasser halten. Doch mittlerweile sind die Ausfälle nicht mehr zu kompensieren und so erdrücken uns die Fixkosten. Müssten wir noch weitere Wochen schließen, droht uns die Pleite“, macht sich die Friseurmeisterin nichts vor. Sie habe deshalb bei der Bank bereits einen Kredit beantragen müssen - Geld aus den in Aussicht gestellten Hilfen habe sie noch nicht erhalten. Die Freude, nach einem Vierteljahr den Salon endlich wieder öffnen zu können, sei deshalb in ihrem kleinen Team verständlicherweise groß. Als bekannt wurde, dass ab 1. März Friseursalons wieder geöffnet werden, haben Anke Ertzholz und ihren beiden Angestellten Verona Schulze-Seeger und Nicole Schaumburg in Heimarbeit sämtliche Stammkunden angerufen und Termine vereinbart. Streng nach Reihenfolge, die am längsten gewartet haben, erhielten auch die ersten Termine. 300 bis 400 Kundinnen wurden so mit einem lang ersehnten Anruf beglückt. Im Salon von Anke Ertzholz wird am Montag durchgestartet.

So auch bei „La Vida Hair“ von Beatrice Georgiew in Burg. „Es wurde jetzt aber auch wirklich Zeit, dass es wieder losgehen kann“, sagte sie im Gespräch mit der Volksstimme. Das gelte für den Betrieb und die Mitarbeiterinnen ebenso wie für die Kunden. Auf allen sozialen Netzwerken sei sie angeschrieben worden, weil eben die Zeit der Pause so lang, die Ungewissheit so groß war.

Im Ungewissen fühlt sich Sandra Stiemert auch wenn sie ihren Salon „Deja vu“ in Biederitz wieder öffnen darf. Im vergangenen Jahr hatte sie mit Unterstützung einer Kosmetikfirma Klage gegen die Landesverordnung eingereicht – und Mitte Februar verloren. „Aber doch nur weil wir am 1. März wieder öffnen können“, meinte sie. Und sie hat Angst, dass es bald wieder zum nächsten Lockdown kommen kann, und das „obwohl es so gut wie keine Infektionen in Friseursalons gegeben hat“.