Rosian l Seit wenigen Wochen steht eigentlich fest, dass die Immobilie abgerissen werden soll – und das sogar ziemlich preisgünstig mit Fördergeldern. Doch dagegen regte sich Widerstand seitens einiger Einwohner, die das Haus gerne als gemeindlich genutztes Objekt oder Sitz des neu gegründeten Rosianer Heimatvereines sehen würden.

Besagte Immobilie befindet sich zentral im Ort Rosian, allerdings steht sie auch etwa seit Mitte der 90er-Jahre leer. „Seitdem hat sich keiner dafür interessiert“, ist aus dem Bauamt Möckern von Amtsleiter Arne Haberland zu hören. „Auf Nachfragen von Interessenten, die Grundstücke für gewerbliche Zwecke suchten, wurde mehrfach auf dieses Objekt verwiesen“, erklärt Arne Haberland auf Anfrage der Volksstimme. Aufgrund der Lage von Rosian – etwa die Entfernung zu Autobahn – sei das Grundstück jedoch uninteressant gewesen.

Äußerst desolater Zustand

In dem Vierteljahrhundert ohne Nutzung hat sich der Zustand der Schule nicht gerade verbessert. Im Gegenteil: Eingeschlagene Fensterscheiben wurden lange Zeit nicht einmal provisorisch ersetzt, längst haben Vögel und andere Tiere die leerstehenden Gebäude als Unterschlupf für sich entdeckt.

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„Der Gebäudekomplex befindet sich in einem äußerst desolaten Zustand“, sagt auch Haberland. „Die Sanierung und Erhaltung der Gebäude ist aus wirtschaftlicher Sicht nicht gegeben. Demzufolge beabsichtigt die Stadt Möckern, die ehemalige Schule abzureißen.“ Im Jahr 2018 hatte sich die Möglichkeit ergeben, eine 75-prozentige Förderung für den Abbruch in Anspruch zu nehmen. Entsprechende Beschlüsse wurden im nichtöffentlichen Teil der Ortschaftsratssitzungen und im Bauausschuss der Einheitsgemeinde auch behandelt.

Neue Konzepte

„Durch die Beseitigung der ruinösen Baustruktur wird der Ortskern von Rosian erheblich aufgewertet und gleichzeitig kann der entstehende Freiraum neu konzipiert werden“, glaubt man in der Stadtverwaltung der Einheitsgemeinde.

In den zurückliegenden Ortschaftsratssitzungen von Rosian hatten Teile des Rosianer Ortschaftsrat gefordert, dass die Gebäude erhalten bleiben und eine Nutzungsvereinbarung zwischen Stadtverwaltung und Heimatverein erarbeitet werde.

Man könne das Gebäude doch für kulturelle Zwecke nutzen, etwa als Ausstellungsräume für die Arbeit des Heimatvereines, regte etwa Rita Kalmbach an. Sie ist die Vorsitzende des erst 2018 ins Leben gerufenen Heimatvereines Rosian. Der Heimatverein hatte es sich per Satzung auf die Fahne geschrieben, die Traditionspflege und die Heimatverbundenheit der Rosianer Bürger zu fördern. Weiterhin steht in der Satzung: „Der Heimatverein bemüht sich um soziale und kulturelle Belange des Ortes. Er setzt sich für die Erhaltung der dörflichen Struktur des Ortes ein und trägt Sorge für den Umweltschutz im Ort und in der näheren Umgebung.“ Man verfolge zudem ausschließlich allgemeinnützige parteineutrale Ziele.

Weitere kommunale Gebäude

Stadtbürgermeister Frank von Holly kennt die Problematik und hatte mit dem Rosianer Vereinsvorstand bereits Gespräche geführt. Von Holly verweist auf die weiteren kommunalen Gebäude in Rosian: das Gebäude am Sportplatz, das Gemeindebüro oder die Sporthalle Rosian, für welche es bereits Pläne zum Ausbau eines Gemeindezentrums gibt: „Da kommt der Verein einfach zu spät. Es war lange bekannt, wie es um die alte Schule bestellt ist“, so Frank von Holly.