Burg l Zwei Jahre Gefängnis, diese Strafe könnte auf den Leiter einer Sekundarschule im Jerichower Land zukommen. Mehrere Schülerinnen bezichtigen ihn der sexuellen Belästigung. Seit dem 9. November steht er vor dem Amtsgericht Burg. Am 14. Dezember soll das Urteil gesprochen werden.

Lehrer und Schülerin, tatsächlich ist es nicht immer strafbar, wenn beide ein Verhältnis haben. Doch wenn eine Seite nicht einverstanden ist, dann wird der Staatsanwalt auf den Plan gerufen. Seit 2016 ist auch die sexuelle Belästigung ein strafbares Delikt. Beispielsweise das Fassen an den Po, „wie es vor 30 Jahren für viele alte Männer noch ganz normal gewesen ist“, wie ein Jurist verachtend gegenüber der Volksstimme sagte, und begrüßte, dass es seit 2016 den Paragraphen 184i im Strafgesetzbuch gibt, der eben die sexuelle Belästigung unter Strafe stellt. Anders als bei anderen Sexualdelikten spielt dabei das Alter des Opfers keine Rolle.

Acht Vorwürfe stehen im Raum

Die Vorfälle sollen sich in der Zeit zwischen dem Februar 2016 und dem April 2018 abgespielt haben. Doch dieses Verhalten wird mittlerweile nicht mehr nur moralisch, sondern auch strafrechtlich geahndet. Insgesamt acht Vorwürfe stehen in der Anklageschrift gegen den heute 60 Jahre alten Schulleiter, der unter anderem auch Sportunterricht gegeben hat. Genau dies führte auch zu manchen der Vorwürfen.

So hat Sara S. nach Auskunft von Gerichtssprecher Michael Steenbuck ausgesagt, dass der Angeklagte ihr einmal beim Turnen am Stufenbarren bei der Hilfestellung am Stufenbarren nicht nur an die Hüfte, sondern auch an den Po gefasst haben soll. Bei einer anderen Turnstunde soll es beim Bockspringen zu einer ähnlich übergriffigen Situation gekommen sein. Zuvor sei sie auch schon einmal nach einer Chorprobe, die der Schulleiter verfolgt hatte, danach von dem Schulleiter mit den Worten: „Beim nächsten Mal wird es besser“ empfangen worden sein, wobei er wieder ihren Po gestreichelt haben soll.

Heute nicht mehr Schülerinnen

Lena Sophie O. ist eine weitere Schülerin, die ausgesagt hat, dass ihr der Schulleiter mit der flachen Hand den Po gestreichelt haben soll. Zum Zeitpunkt der möglichen Übergriffe waren die jungen Frauen Acht- bis Zehntklässlerinnen, sind heute nicht mehr an der Sekundarschule. Für das Urteil wird es aber keine Rolle spielen.

Für den November sind noch zwei weitere Verhandlungstermine angesetzt, ebenso für den Dezember. Zur nächsten Verhandlung tritt das Amtsgericht am kommenden Montag, 23. November, um 9 Uhr zusammen.