Burg l Im vorweihnachtlichen Lichterglanz durch die Innenstadt schlendern - ein Wunsch, den sich Jung und Alt zu dieser Jahreszeit gleichermaßen gönnen. Schließlich geht es darum, für den Partner und die Familie das passende Weihnachtsgeschenk zu finden. Und davon profitiert immer noch der Einzelhandel besonders stark.

349 Euro möchte jeder Deutsche in diesem Jahr für Weihnachtsgeschenke ausgeben - 32 Euro weniger als noch 2017. Dabei gibt es durchaus noch regionale Unterschiede. Sachsen-Anhalt liegt dabei mit 358 Euro sogar im vorderen Feld, hat eine Umfrage einer Vergleichsplattform für den deutschen Einzelhandel ergeben.

Kaufkraft: Regionale Unterschiede

Werden auch die Händler in Burg davon profitieren? Statistisch gesehen auf jeden Fall. Immerhin steht allein in der Kernstadt mit mehr als 19.400 Einwohnern eine Einzelhandelsverkaufsfläche von rund 58.000 Quadratmetern und 167 Unternehmen zur Verfügung, geht aus dem jüngsten Einzelhandelskonzept für die Stadt Burg hervor. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen: Das Kaufkraftniveau in Burg liegt etwa zehn Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, wobei es im Landkreis regionale Unterschiede gibt: Richtung Magdeburg deutlich steigend, Richtung Genthin sinkend.

Immer ein Auf und Ab

Experten sind sich indessen einig, dass Schließungen und Neueröffnungen in den Innenstadtgebieten auch in Zukunft eine normale Entwicklung darstellen. Das weiß auch Roswitha Wölfer. Sie hatte noch bis vor Monaten ein Bekleidungsgeschäft in der Schartauer Straße geführt und dies nach Jahrzehnten aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. "Es gab immer ein Auf und Ab in der Einkaufsstraße. Das hängt natürlich auch vom Sortiment und den jeweiligen Inhabern ab", meint sie. "Aber", sagt die erfahrene Burgerin, "man muss am Ball bleiben, neue Ideen umsetzen und auf die Wünsche der Kunden eingehen und als Alleinunternehmer auch lange Arbeitstage in Kauf nehmen."

Etwas traurig stimmt sie indessen, dass in den vergangenen Monaten im oberen Bereich der Schartauer Straße rund fünf Geschäfte geschlossen haben - von Mode bis Floristik. "Ich bin aber trotzdem Optimistin und hoffe, dass sich die Lage wieder bessert." Die Impulse nach der Landesgartenschau (Laga) und das weitere Engagement des Geschäftsstraßenmanagements sollten den Schwung dafür geben. "Und es kommt darauf an, dass die Händler von sich aus in Aktion treten und auf die Innenstadt aufmerksam machen."

Ein gutes Miteinander

Das unterstützt auch Marion Sell. Sie betreibt ein Geschäft für Kindermoden und Babyausstattung in der Jacobistraße und hat einen Teil der Kollektion von Roswitha Wölfer kurzerhand mit übernommen. "Hier in unserem oberen Bereich gibt es ein gutes Miteinander unter den Händlern. "Man kennt und hilft sich", sagt die Geschäftsfrau, die trotz der schnelllebigen Zeit und des wachsenden Internet-Handels auf das Persönliche und die Beratungen setzt, die es nur im Einzelhandel gibt. "Ich habe festgestellt, dass wieder etwas mehr Kunden darauf Wert legen und auch gezielt in unsere Innenstadt kommen."

Das lasse auch für die restlichen Wochen des Weihnachtsgeschäftes und für das kommende Jahr hoffen .