Burg l Der Winter ist mit eisigen Temperaturen zurückgekehrt. Und wer Kälte erfährt, sehnt sich nach Wärme. Dafür sorgt unter anderem das Heizkraftwerk der Stadtwerke in Burg. Rund 2500 Wohnungen und etwa 35 öffentliche Einrichtungen werden von dort aus über ein 18 Kilometer langes Rohrnetz mit Wärme versorgt. Fünf Mitarbeiter kümmern sich um einen reibungslosen Ablauf und haben die Wetterlage jederzeit im Blick, sagt Hellfried Kirchner, Leiter Wärmeversorgung der Stadtwerke. „Wir fahren die Anlage entsprechend der Außentemperatur. Auch wenn zweistellige Minusgrade erreicht werden, produzieren wir genügend Wärme. Probleme gab es bislang nicht.“

Zurzeit sind es pro Tag 250 000 bis 280 000 Kilowattstunden. Zum Vergleich: In typischen Sommermonaten stehen rund 20 000 bis 40 000 Kilowattstunden pro Tag zu Buche.

Die Anlage immer im Blick

Damit zu jeder Stunde die erwünschte Fernwärme geliefert wird, haben die Mitarbeiter in der Leitzentrale des Heizkraftwerkes ständig die Hochdruckheizwasserkesselanlage und vier Module des Blockheizkraftwerkes (BHKW) im Auge. Diese Module (Gas-Otto-Motore) verbrennen Erdgas und treiben einen Generator an. Ein Drittel des in der Stadt verbrauchten Stroms wird so im Heizkraftwerk produziert und die dabei entstehende Abwärme ins Fernwärmenetz eingespeist. Dadurch erreichen die BHKW-Module einen Wirkungsgrad von über 85 Prozent. Trotzdem reiche die Abwärme für die Wärmeversorgung der Wohnungen und öffentlichen Einrichtungen bei den aktuellen Außentemperaturen nicht ganz aus, sagt Hellfried Kirchner.

Um die notwendige Vorlauftemperatur von bis zu 110 Grad Celsius zu erreichen, stehen in der Maschinenhalle noch drei Hochdruckheizwasserkessel, die wahlweise mit Erdgas oder Erdöl betrieben werden können. „Auch diese Anlagen sind effektiv und haben einen sehr hohen Wirkungsgrad“, fügt er hinzu.

Investitionen geplant

Daneben bereitet sich Kirchner mit seinem Team bereits auf die kommenden Monate vor: Dann stehen nämlich Investitionen auf dem Plan. Die so genannte Kraftwärmekopplungsanlage (KWK-Anlage) wird so modernisiert, dass vier neue Gas-Otto-Motoren installiert werden – inklusive eines Wärmespeichers mit 100 Kubikmeter. Auf diese Weise könne künftig flexibler auf Schwankungen oder auf Bedarfe im Netz reagiert werden, begründet Hellfried Kirchner.