Burg l In der Nähe des Burger Hundesportplatzes trugen am Wochenende knapp 40 Starter den 1. Lauf zum Sachsen-Anhalt-Cup aus und gaben dabei zahlreichen Besuchern Einblick in diesen für viele unbekannten Sport. Obwohl Funk und Fernsehen keinen Schnee meldeten, war die Begeisterung bei Sportlern, Zuschauern und natürlich auch bei den Schlittenhunden selbst gleichermaßen groß: Mit wenigen Handgriffen wurden aus den Schlitten rasante Wagen, die die Vierbeiner über eine drei Kilometer lange Strecke durch den Wald ziehen mussten. Alles hatte zwar mehr den Anschein eines römischen Wagenrennens, doch machte das den Reiz der Veranstaltung aus. In mehreren Kategorien kämpfte das 50 Menschen und knapp 150 Hunde umfassende Starterfeld um die begehrten Trophäen. Dass die Schlittenrennen für die Hunde keine harte Arbeit, sondern das reinste Vergnügen seien, bestätigt Heinz-Ewald Poppinga, 2. Vorsitzender des SASC. „Den Hunden macht es keinen Spaß, einfach nur im Wald spazieren zu gehen“, sagte der Experte. „Für sie ist dieser Sport das ideale Spiel. Das Rennen steckt ihnen im Blut.“ Er achte als Rennstreckenleiter besonders auf den Tierschutz. Dazu sei der Blick auf die Wettervorhersagen und das Thermometer besonders wichtig: Ab 17 Grad Celsius wird nicht mehr gestartet.

Keine Preisgelder

Am Sonnabend versprachen die Meteorologen ab Mittag Temperaturen von 20 Grad. „Das hieß für uns, dass wir den Start um eine Stunde vorverlegten – von 10 auf 9 Uhr“, so Poppinga. „Außerdem kürzten wir noch die Strecke von fünf auf drei Kilometer.“ Das sind Vorsichtsmaßnahmen, um die Hunde nicht zu überhitzen. Was bei Poppinga über allem steht: „Dass wir keine Preisgelder ausschreiben.“ Der Sachsen-Anhalt-Cup sei ein ideeller Titel, und damit qualifizieren sich die so genannten „Musher“ für weitere Wettkämpfe, so etwa für die Europameisterschaften. Bei anderen Wettbewerben habe man festgestellt, dass Preisgelder den Tierschutz zurücktreten lassen. „Das geht gar nicht“, betont Poppinga. Musher sind Schlittenhunde-Führer, die ihre Gespanne allein durch gerufene Kommandos lenken. Die Aussprache ist recht einfach: Musher wird wie Masch« ausgesprochen.

Akribische Vorbereitung

„Die Hunde zeigen bei diesen Läufen, welche Vitalität in ihnen steckt“, ist sich Britta Dunker sicher. Sie reiste aus der Nähe von Itzehoe an und freute sich über die „super Bedingungen hier“. Der Hundesportverein habe den Wettkampf akribisch vorbereitet, die Strecken abtrassiert und sich um Essen, Trinken und die wichtigen Stellplätze gekümmert: „Die sollten schattig sei, damit die Hunde es kühl haben.“

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Der Vorsitzende des Burger Hundesportvereins, Wolfgang Koch, wies auf die Zusammenarbeit mit dem Burger Agrarhof hin, „der die Flächen zur Verfügung stellt“. Und zwar gleich in der Nähe des Hundesportplatzes, so Koch, damit die Wege kurz sind – für die Gespanne als auch für die Besucher. Wie wird Mann oder Frau Gespann-Führer eines Hundeschlittens? Britta Dunker erzählt: „Ich hatte Dalmatiner, die mich mit ihrer Kraft immer dahinzogen, wo ich nicht hin wollte.“ Dann sah sie, wie Hunde Gespanne auf Rädern zogen. Etwa um mit Behinderten draußen unterwegs zu sei. Sie überlegte, wie sie die Kraft ihrer Hunde kanalisieren könne, „das, was die Hunde geben, ohne Druck von mir“. Von ihrem Mann ließ sich Dunker einen Kinderwagen umbauen, spannte Dalmatiner davor und landete sofort auf dem Deichwall der in der Nähe fließenden Weser. Die Ursache des Missgeschicks: Dalmatiner hören nicht im Gespann. Nach und nach kamen dann Sibirian-Huskys dazu und zusammen werde jetzt trainiert. Denn etwas Kondition für die Rennen, bei denen zumeist Huskys, aber mittlerweile auch viele Mischrassen eingesetzt werden, müssen die Hunde schon mitbringen. „Man muss regelmäßig trainieren, sonst kommen gerade bei solchen Wettkämpfen miserable Zeiten heraus“, erzählt Britta Dunker. Doch nicht nur ein langfristiges Training, sondern auch die Wässerung der Hunde vor einem Rennen sind von großer Bedeutung: „Die Hunde verlieren während eines Rennens Unmengen an Wasser, die sie vorher zu sich nehmen müssen. Sonst brechen sie im Ziel zusammen.“ Hier in Burg finden sie genau diese Bedingungen, wissen die Frauen und Männer um Heinz-Ewald Poppinga. „Deswegen werden wir künftig jedes Jahr am letzten Oktoberwochenende den Sachsen-Anhalt-Cup in Burg austragen.“