Burg l Schlüpfen jetzt noch mehr Küken? Mika und Erik konnten sich am Sonnabend gar nicht vom Schaubrutkasten trennen und erlebten hautnah, wie der struppige Hühnernachwuchs noch etwas verstohlen die Welt wahrnahm. Für die beiden Brüder aus Burg, die mit der Oma einen Ausflug unternahmen, war es ein Kontakt mit Tieren, wie er so nur selten erlebt werden kann: Kurz hinterm Eingang zum Stadthallensaal noch winzige Küken, die erst ein paar Stunden alt waren, und wenige Meter weiter die älteren, frisch herausgeputzten Tiere, die die Richter zuvor kritisch begutachtet hatten und deren sauberes, glänzendes Federkleid sofort ins Auge fiel.

Wie beispielsweise bei den goldbraunen Hühnern von Helmut Wenzlau. Der Nielebocker vom Rassegeflügelzuchtverein Genthin züchtet seit mehr als 30 Jahren und hat sich neben Tauben der Rasse Zwerg New Hampshire verschrieben. Seine Erfahrungen haben sich wieder einmal ausgezahlt. Alle sechs Tiere erhielt weit mehr als 90 Punkte. „Obwohl ich schon so viele Jahre dabei bin, freue ich mich immer wieder, wenn es solche guten Noten gibt“, lachte der Hühnerfreund. „Es zeigt eben, dass man züchterisch auf dem richtigen Weg ist.“

Gute Zuchtergebnisse

Dieses Urteil konnten auch viele andere Freunde von Tauben, Hühnern oder Enten entgegennehmen. Und für den Burger Verein ist es ebenso wichtig, dass sich die Züchter kennenlernen, untereinander ins Gespräch kommen und dass bei Besuchern möglicherweise das Interesse „für dieses schöne Hobby geweckt werden kann“, sagte der Vorsitzende Sven Richter. Er war mit Mährischen Strasser-Tauben vertreten, von denen viele einen Zusatzpreis erhielten.

Bilder

Für Sven Richter und Ausstellungsleiter Thomas Feldheim war es ein Erfolg, dass nicht nur „alte gestandene Hasen“ die Möglichkeiten der Ausstellung nutzten, sondern auch Kinder und Jugendliche ihr Talent mit dem Federvieh zeigten. „Bei uns im Verein helfen die Älteren den Jüngeren. Nur so macht es auch allen Spaß und der Nachwuchs hat seine Erlebnisse“, erläuterte Richter, der sich außerdem freute, dass neben den Vereinsmitgliedern auch Partner und Kinder fleißig halfen, die Ausstellung ansprechend zu gestalten. „Denn dahinter steckt jede Menge Arbeit. Für uns gilt: Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung.“ Der Verein peilt zwar die 13. an, ob dies angesichts der hohen Saalmiete aber machbar ist, stehe noch nicht fest. „Die Mittel sind natürlich begrenzt“, umschrieb der Vereinsvorsitzende.

Lehrreich für Kinder

Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD), unter dessen Schirmherrschaft die diesjährige Ihlelandschau wieder stand, kündigte jedenfalls an, dass die Stadt die Arbeit des Burger Vereins „sehr wertschätzt“. Es sei wichtig, dass dieses Hobby auch den kommenden Generationen weiter vermittelt werde und Kinder die Hühner und Gänse nicht nur im Bilderbuch kennenlernten.

Nach einer spannenden Runde durch die Stadthalle mussten Mika und Erik unbedingt noch mal zum Brutkasten schauen. Tatsächlich hatte sich ein weiteres Küken aus der Schale befreit.