Burg l Der Höhepunkt der Grippezeit im Januar naht. Einige Praxen im Jerichower Land sind noch ganz gut aufgestellt, andere haben Engpässe bzw. keinen Impfstoff mehr vorrätig.

In der Burger Praxis von Katharina Konklowski gab es selbst im Corona-Jahr 2020 keinen übermäßigen Ansturm. „Wir haben noch Impfstoff da, aber vorsichtshalber einige Impfdosen für Risikopatienten beiseite gelegt“, teilt eine Mitarbeiterin auf Volksstimme-Anfrage mit. Ebenfalls in Burg praktiziert Allgemeinmedizinerin Christiane Porsch. Dort sei aktuell kein Impfstoff mehr verfügbar, aber auch die Nachfrage nicht mehr da.

Bestellungen alle verimpft

Die Bestellungen sind verimpft und Patienten mit dem Wunsch danach versorgt worden. Genthiner können sich aktuell zum Beispiel noch an die Gemeinschaftspraxis von Carsten Micheel und Stephanie Kamke wenden. Dort sei der Grippeimpfstoff noch verfügbar.

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In Biederitz kaum Impfstoff verfügbar

Wieder ein anderes Bild hingegen zeigt sich in der Gemeinde Biederitz. Dort heißt es aus der Praxis von Daniela Sudau in Gerwisch: Alles verimpft, kaum noch Impfstoff zu bekommen. Katrin Witsch, Inhaberin der Hubertus-Apotheke in Biederitz erklärt dazu: „Wir haben diese Woche noch ausgeliefert, allerdings die französische Ware, die jetzt noch nachbestellt werden konnte.“

Einzelne Impfdosen auf Rezept, beispielsweise für Privatpatienten und Selbstzahler, dürfen aktuell aber nicht mehr ausgehändigt werden.

Auch eine Burger Apotheke berichtet, dass ihre Praxen zwar versorgt seien, aber die Vorräte erschöpft und die bestellten und tatsächlich angelieferten Stückzahlen bei Weitem nicht die Nachfrage danach decken könnte.

Engpässe sind ein bundesweites Problem

So scheint es ein Glücksfall, auf eine Burger Praxis zu treffen, die noch Grippeimpfstoff zur Verfügung hat und ohne Einschränkungen Anfragen der Patienten bedienen kann. Impfengpässe sind aktuell ein bundesweites Problem.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) versichert, dass es zwar zu regionalen Engpässen kommen kann, diese aber mit hoher Intensität beseitigt werden sollen. Laut einstimmigen Meinungen verschiedener Mediziner reiche es immerhin aus, sich in den nächsten Tagen noch zu impfen.

Das für den Grippeimpfstoff zuständige Paul-Ehrlich-Institut aus dem hessischen Langen hatte zu Beginn der Grippesaison Anfang Oktober insgesamt 20 Millionen Einheiten Grippeimpfstoff freigegeben. Üblicherweise werden diese in einer normalen Grippesaison nicht komplett verbraucht.

Überlastung des Systems vorbeugen

Auf Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums, sich gerade in Pandemiezeiten gegen Influenza impfen zu lassen, um so eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, wurden zusätzliche fünf Millionen Dosen produziert.

Diese werden zusätzlich seit Anfang Dezember bereitgestellt. Spätentschlossene müssen so selbst recherchieren, wo es im Jerichower Land noch Impfstoff gibt, um sich zu schützen.