Corona-Schutz

Impfzentrum kurz vor dem Start

Derzeit sind mobile Teams in Altenheimen unterwegs, ab 18. Januar soll auch im Burger Impfzentrum der Wirkstoff verabreicht werden.

Von Thomas Pusch

Burg l Um kurz nach 9 Uhr bekam Walter Fleischer am 29. Dezember im Gerwischer DRK-Altenpflegeheim „An der alten Eiche“ die erste Impfung gegen das Coronavirus im Jerichower Land. Dem 88-Jährigen folgten seitdem mehr als 700 Personen, bis zum Wochenende will der Landkreis alle derzeit zur Verfügung stehenden Dosen verimpft haben. „Wir brauchen immer das auf, was wir zur Verfügung haben“, sagte Thomas Barz, Leiter des Corona-Krisenstabes in der Kreisverwaltung, im Gespräch mit der Volksstimme. Die Formulierung „zur Verfügung“ benutzt er absichtlich, denn nicht alle gelieferten Impfdosen dürfen auch gespritzt werden. Von der ersten Lieferung mussten 488 Dosen zurückgehalten werden.

Für den heutigen Freitag war die nächste Lieferung angekündigt. Von den 975 Impfdosen muss wiederum die Hälfte aufbewahrt werden. Damit soll auch die Sicherheit geschaffen werden, dass für die Zweitimpfung, die nach drei Wochen erfolgen soll, genügend Impfstoff vorrätig ist. „Ich gehe momentan davon aus, dass wir künftig in der Lage sind, nach drei Werktagen alle Dosen aufzubrauchen“, so Barz.

Dafür gibt es Unterstützung von der Bundeswehr. Am kommenden Montag werden acht Soldaten aus der Clausewitz-Kaserne die Impfkampagne unterstützen. „Die kommen allerdings nicht aus dem medizinischen, sondern dem logistischen Bereich“, erklärte Barz. Bei den Impfungen selbst könnten sie also nicht assistieren, wohl aber bei den Verwaltungsarbeiten, die anfallen, denn mit der Spritze allein ist es nicht getan. Dazu gehört die Meldung beim Land. Anfang der Woche wurde eine Statistik veröffentlicht, die die verimpften mit den gelieferten Dosen gegenüberstellte. Das Jerichower Land schnitt dabei mit der Quote von einem Fünftel recht schlecht ab. Dabei sei aber nicht beachtet worden, dass der Landkreis Impfstoff auch an die Helios-Klinik, die Lungenklinik Lostau und den Rettungsdienst abgegeben hat. Deren Rückmeldungen kamen teilweise verzögert. „Es kann auch doch nicht um ein Wettrennen der Landkreise gehen“, findet Barz.

Dass die Menschen im Jerichower Land so schnell wie möglich geimpft werden sollen, ist allerdings auch sein Anliegen. Mit einem praktizierenden Arzt wurde ein weiteres mobiles Einzel-Team gewonnen, die regulären mobilen Teams sollen von zwei auf vier aufgestockt werden. In den kommenden Wochen werden sie noch im Mittelpunkt des Impfgeschehens stehen, da zunächst die Bewohner von Altenpflegeheimen und das Personal an der Reihe sind. Beim Landkreis rechnet man damit, bis zum Wochenende die Hälfte der impfwilligen Heimbewohner erreicht zu haben. Allerdings bleibt das Aufklärungsgespräch wichtiger Bestandteil. „Wir machen keine Schnellschüsse“, so Barz.

Mit den ambulanten Pflegediensten hat der Landkreis Kontakt aufgenommen, um die Zahl der Älteren zu ermitteln, die zwar noch zu Hause leben, aber nicht mehr mobil sind. „Wir werden auch die anderen Älteren nicht vergessen, die in den eigenen vier Wänden wohnen und nicht von einem Pflegedienst betreut werden müssen“, versprach Barz. Die würden von den Gemeinden angeschrieben.

Die nicht mehr mobilen Senioren würden von den mobilen Teams aufgesucht, mobile Impfzentren seien zudem eine Alternative, um weite Wege zum Impfzentrum nach Burg zu vermeiden. „Das kann ja auch in einer Schule, einer Sporthalle oder einem Dorfgemeinschaftshaus stattfinden“, sagte Barz. In der Burger Stadthalle sollen die ersten Impfungen am 18. Januar vorgenommen werden. Die Terminvergabe für das Impfzentrum wird ausschließlich über die zentrale Rufnummer 116 117 und über die Internetseite www.impfterminservice.de möglich sein.