Biederitz l Vereine und Feuerwehren in der Gemeinde Biederitz sollen künftig finanziell einheitlich bei der Feier von Jubiläen unterstützt werden, wenn es die Haushaltslage der Gemeinde zulässt, sagte Gemeindebürgermeister Kay Gericke (SPD) im Hauptausschuss.

Nach der Beratung in Sozialausschuss und Hauptausschuss hatte die Verwaltung zwei Beschlussvorlagen zur Beratung und Abstimmung vorgelegt. Sie sahen vor, bestimmte Beträge als „Jubiläumszuwendungen“ an eingetragene Vereine und die Ortschaften festzulegen. Das sollten für 100 Jahre je zehn Euro pro registriertem Mitglied, für 50 Jahre je fünf Euro pro registriertem Mitglied und alle zehn Jahre 2,50 Euro pro registriertem Mitglied sein.

Michalski plädiert für Sockelbetrag

Bei Ortschaftsjubiläen sollten zehn Euro je Jubiläumsjahr alle 25 Jahre fließen. Maßgeblich solle die urkundliche Erwähnung des Ortes sein. Die Beantragung bei der Gemeindeverwaltung solle im Vorjahr des Jubiläums erfolgen.

Für die Vereinsjubiläen stimmten die Räte der Vorlage ohne Änderungen zu. Bei der Vorlage für die Feuerwehr habe er Probleme, sagte indes Christian Bruchmüller (SPD). Wenn er an das Jubiläum der Kameraden der Ortsfeuerwehr Gerwisch im kommenden Jahr denke, dann wären das 625 Euro Jubiläumszuwendung bei 50 aktiven Kameraden. „Da können wir keinen großen Wurf machen“, sagte Bruchmüller. Das erscheine ihm ein bisschen wenig.

2500 Euro bei 100 Jahre Bestehen

Karla Michalski (CDU) schlug vor, entweder die Höhe pro Mitglied aufzustocken oder einen Sockelbetrag bei Jubiläen der Feuerwehren einzuführen, der für jede Ortswehr gleich sei. Carsten Schneider sprach sich dafür aus, beim Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen 2500 Euro als Sockelbetrag anzusetzen und beim 50-jährigen 1500 Euro. Damit solle die Leistung der Kameraden gewürdigt werden.

Wolfgang Baer (Die Linke/UWG) wollte wissen, ob die Gemeinde des Geld dafür habe.

2021 wird ein düsteres Jahr

Nächstes Jahr werde finanziell ein „düsteres Jahr“, setzte Gemeindebürgermeister Kay Gericke an. Andererseits seien Feuerwehren und deren Traditionspflege eine wichtige Angelegenheit. Die Kameraden kümmerten sich Tag und Nacht. „Das sollten wir nicht außen vor lassen.“

Die Hüterin der Gemeindeverwaltung, Simone Hellwig, Amtsleiterin Innere Verwaltung, bat darum, zu berücksichtigen, dass es sich bei den Jubiläumszuwendungen um freiwillige Ausgaben der Gemeinde handeln würde. Diese könnten nicht „ins Unermessliche“ gesteigert werden. Andernfalls würden keine Bedarfszuweisungen mehr vom Land fließen.

Zuwendungen bisher sehr unterschiedlich

Die Mitglieder des Hauptausschusses einigten sich darauf, ab einem Jubiläum von 100 Jahren und dann alle zehn Jahre einen Sockelbetrag von 2500 Euro als Jubiläumszuwendung an die Orts- feuerwehren auf Antrag zu zahlen.

Die Zuwendungen an Vereine für ein Jubiläum fielen bisher in Biederitz sehr unterschiedlich aus. Um eine gewisse Einheitlichkeit zu erreichen, hatte die Verwaltung einen Beschlussentwurf vorgelegt. Da der Antrag auf die finanziellen Zuwendungen im Vorjahr eines Jubiläums gestellt werden müsse, bringe das zudem „Planungssicherheit für den Haushalt“, hatte die Gemeindeverwaltung argumentiert.