Schartau l Ein fragendes Maunzen erklingt aus einem Tragekorb. Darin liegen drei kleine Kater, die erst drei Wochen alt sind. Sie sind gerade aufgewacht und haben Hunger. Astrid Finger, Leiterin des Tierheims des Tierschutzvereins Burg und Umgebung, hat bereits ein Fläschchen vorbereitet. „Die Kleinen können noch nicht eigenständig fressen, sie bekommen von mir die Flasche“, erklärt sie.

 

Ein weiterer Wurf wenige Woche alter Kätzchen lebt vorübergehend bei einer Kollegin. Insgesamt sind im Tierheim derzeit rund 60 Katzenkinder untergebracht. Einige davon mit den Muttertieren, aber auch viele ohne die dazugehörige Mutter. Besonderes die verwaisten oder ohne Mutter abgegebenen Kätzchen sind die Sorgenkinder von Astrid Finger und ihrem Team. „Es sind über 20 Kätzchen, die derzeit in Quarantäne sind, weil sie starken Wurmbefall haben.“

Bis 130 Kätzchen werden erwartet

Jedes der 60 Kätzchen hat seine eigene Geschichte. Und die meisten von ihnen hatten bereits einen schwierigen Start ins Leben, oft ohne Mutter und ohne ein liebevolles Zuhause. Dieses versucht das Team des Tierheims zu ersetzen, bis sie hoffentlich Menschen finden, die bereit sind, die Katzen dauerhaft aufzunehmen. Und es werden noch mehr Jungtiere kommen, die das Tierheim beherbergen muss, vermutet Astrid Finger. „In den Sommer- und Herbstmonaten haben wir meistens so um die 120 bis 130 Kätzchen, die wir aufnehmen müssen.“ Nahezu täglich kommen derzeit neue hinzu. „Dabei müsste das wirklich nicht sein, wenn die Besitzer von Katzen nur verantwortungsvoll wären und ihr Tier kastrieren lassen würden“, meint sie sorgenvoll. Die Katzen, die im Tierheim aufgefangen werden, sind nur ein Bruchteil der Tiere, die sich unkontrolliert vermehren.

Doch nicht nur den Tieren wäre damit geholfen, sondern auch dem Tierheim und seinen Mitarbeitern. Diese sind gerade bei verwaisten Kleinstkätzchen stark gefordert, weil diese intensiv betreut werden müssen – auch nachts. Auch kranke Kätzchen mit Würmern, Milben oder Flöhen müssen behandelt werden – dies erfordert viel Zeit und verursacht hohe Kosten. Und sorgt auch dafür, dass es im Tierheim zu Futterknappheit kommen kann. Da im Tierheim wegen der Corona-Pandemie nur eingeschränkter Besuch mit vorheriger Anmeldung möglich ist, gibt es viel weniger Futter-, Sach- und Geldspenden als vorher. „Es würde uns sehr helfen, wenn wir wieder mehr Futterspenden bekommen würden. Gerade jetzt, wo wir die vielen Kätzchen als Neuzugänge haben. Diese brauchen neben und nach der Milch spezielles, hochwertiges Futter.“

Termin vereinbaren zur Adoption

Wer ein oder mehrere Kätzchen adoptieren möchte, kann dies trotz der Einschränkungen durch die Pandemie dennoch tun. „Wer ernst gemeintes Interesse hat, kann sich bei uns melden und wir vereinbaren einen individuellen Termin, der natürlich mit Abstand und den üblichen Hygienemaßnahmen abläuft“, erklärt die Tierheimleiterin. Auf diese Weise hätten ein paar Kätzchen die Aussicht auf ein neues Zuhause. Wer sich für ein Tier interessiert oder eine Spende abgeben möchte, kann ich unter der Telefonnummer 03921/985032 melden. Auch über die Website des Tierheims können Spenden getätigt werden.

Auch wenn die Vermittlung sich in diesem Jahr komplizierter gestaltet, ist die hohe Zahl der Kätzchen, in aufgenommen werden, nichts Ungewöhnliches. „Corona hat unsere Arbeit umgestellt, aber so viele Katzenkinder wie jetzt bekommen wir nahezu jedes Jahr. Die Tierheimleiterin wirkt engagiert, das Wohl ihrer Schützlinge liegt ihr am Herzen. Dennoch wird es ein langwieriger Kampf gegen Tierleid bleiben, wenn Tierhalter nicht auf die Kastration ihrer Vierbeiner achten.