Burg l „You’re the one that I want!“ (Du bist der Einzige, den ich will) – wenn Olivia Newton-John in Leggins und Lederjacke mit John Travolta in „Grease“ singt und springt, wippen die Füße fast von alleine im Takt der Musik. Und spätestens bei „Oo-oo-oo, honey“ tanzt man als Zuschauer zumindest in Gedanken mit den „T-Birds“ und den „Pink Ladies“ über den Rummelplatz. Dank des Burg-Theaters unter der Leitung von Claudia Meißner ist das am kommenden Sonnabend auch in der Magdeburger Straße möglich – zumindest fast: Als großen Auftakt nach der Sommerpause bringt das Kino den Klassiker „Grease“ als Sing-a-Long-Version auf die Leinwand: Mitsingen ist hier mehr als erwünscht! Und das ist nicht das einzige Highlight, das die Burger im August im ältesten noch bespielten Kino-Zweckbau Deutschlands erwartet.

Kontrast ist Herzenssache

Mit „Loving“ bleibt das Programm thematisch im Amerika der 50er. Der rosaglänzende Zuckerguss eines „Grease“ fehlt bei dem Drama um eine Liebesbeziehung im rassistisch geprägten Süden der USA gänzlich. Dieser Kontrast von Kassenknüllern und anspruchsvollen Filmkunstperlen liegt Claudia Meißner besonders am Herzen. „Das Programm soll auch Kinobesucher abseits des Mainstreams begeistern. Wir wollen immer auch ein bisschen erziehen“, erklärt die 30-jährige Kino-Leiterin mit einem Augenzwinkern.

Dass auch Kleinstadt-Kino politisch nicht nur kann, sondern damit auch noch Erfolg hat, zeigt sich außerdem in der erneuten Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung für die Reihe „Defa-Film im Gespräch“. In diesem besonderen Rahmen bietet das Burg-Theater wieder allen (N)Ostalgikern die Möglichkeit, mit Protagonisten und dem Regisseur des gezeigten Films nach der Vorstellung zu diskutieren.

Viel Abwechselung

Aber auch den kleinen Kinofans will das Burg-Theater jede Menge bunter Abwechslung bieten, erläutert Meißner weiter. Am kommenden Donnerstag startet die neue Saison um 17 Uhr mit „Ich – Einfach unverbesserlich 3“. Und damit sich auch wirklich jede Familie am Retro-Charme des Kinos erfreuen kann, sind die Ticket-Preise bewusst niedrig.

„Ohne das tolle Engagement der Ehrenamtler wäre der Betrieb des Kinos so nicht möglich“, betont Meißner. Der Verein „Weitblick“ hatte das Kino 2009 vor der Schließung gerettet. Für die neue Kinosaison suchen die Filmbegeisterten noch Nachwuchs. Was die zukünftigen Ehrenamtler mitbringen sollen? „Vor allem Interesse und Spaß am Film“, erklärt Claudia Meißner. Damit sich in der Magdeburger Straße weiterhin der Vorhang hebt, der für die Filmfans die Welt bedeutet. Denn, so ist die Kino-Chefin sicher: „Bei uns kann man jeden Tag in der Woche etwas erleben. Es würde etwas Großes fehlen, wenn das Kino nicht da wäre.“

Wer die filmbegeisterten Burger unterstützen möchte, kann sich beim Weitblick-Vorsitzenden Bernd Goldbach unter 01520/1798070 oder per Mail an info@kinoburg.de melden.