Burg l Wer derzeit nicht mit einem Cocktail in der Hand und den Füßen im Wasser am Strand entspannen kann, sondern im Büro vor sich hin schwitzen muss, für den gibt es bei den anhaltend hohen Temperaturen nur einen Lichtblick: Den kühlenden Ventilator. Doch auch auf dessen erfrischende Wirkung können die Burger derzeit nicht wirklich zählen. Die Fachhändler haben alle verfügbaren Geräte verkauft, wie Julius Haacke, Filialleiter von EP Nußbaum in Burg, berichtet: „Bei uns sind seit Tagen alle Ventilatoren ausverkauft. Neue werden nachkommen, der Liefertermin steht aber noch nicht fest“, erklärt er.

Regelmäßig 30 Grad

Grund für die hohe Nachfrage nach den Kühlgeräten sind die seit Wochen extrem hohen Temperaturen, die beinahe täglich auf über 25 Grad Celsius, zuletzt sogar regelmäßig auf 30 Grad ansteigen. In dieser Woche wurde die höchste Temperatur in Deutschland zudem in Sachsen-Anhalt gemessen. Der vergangene Dienstag war mit einer Spitzen-Temperatur von 39,2 Grad im Sachsen-anhaltischen Bernburg der heißeste des Jahres. Ganz klar, dass jedermann da dringend eine Abkühlung brauchen kann.

Auch die Baumärkte kommen bei der großen Nachfrage derzeit an ihre Grenzen. So erklärt eine Mitarbeiterin von toom-Baumarkt in Burg, dass in ihrer Filiale bereits seit dem 27. Juli alle Ventilatoren vergriffen sind. Neue Geräte seien bereits bestellt, aber auch hier wisse man nicht, ob, wann und in welcher Stückzahl der Nachschub kommt. Auf die Frage, ob der Absatz im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegen sei, ist ihre Antwort recht eindeutig. Die Wärme habe sich auch auf die Verkäufe der Klimageräte positiv ausgewirkt.

Liefertermin ungewiss

Auch Mario Thoms, Leiter des Baumarktes Scharff in Burg, bestätigt diesen Trend: „Wenn es so lange warm und sommerlich bleibt wie in diesem Jahr, kommen selbst die Großhändler an ihre Grenzen“, erklärt er. In seiner Filiale habe man am Dienstagmorgen die letzten Ventilatoren verkauft. Einige wenige Klimageräte seien noch da, doch de facto seien derzeit keine Kühlgeräte mehr verfügbar. Auch hier ist der Nachschub bestellt. Liefertermin: ungewiss. Denn bei der hohen Nachfrage, die laut Filialleiter deutlich die des Vorjahres übersteigt, könne auch der Zulieferer keine zuverlässigen Angaben machen. Auch der müsse die Nachfrage vor Beginn des Sommers abschätzen und dementsprechend planen. Mit einer solchen Hitzewelle habe einfach niemand gerechnet, die benötigte Stückzahl sei deshalb unterschätzt worden.

Lockere Kleiderordnung

Doch was tun, um sich im Büro auch ohne Klimaanlage und Co. zumindest ein wenig gegen die Hitze zu wappnen? Bei der Burger Stadtverwaltung lautet das Credo: Etwas luftiger darf es sein. Deshalb habe man dort die Kleiderordnung gelockert, erklärt Mitarbeiterin Heike Salzer: „Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. Männer dürfen zum Beispiel derzeit auch in kurzärmligen Hemden zur Arbeit kommen.“ Und nicht nur die Kleidung wird kürzer, auch die Arbeitszeiten hat die Stadtverwaltung vorübergehend angepasst. Dienstags und donnerstags enden die Sprechzeiten deshalb um 15 Uhr. Zudem stehe allen Mitarbeitern Trinkwasser zur Verfügung. Allerdings wird der Hitze in den Büroräumen hier mit Ventilatoren entgegengewirkt.