Burg l Petrol, Apple oder doch Ruby? Nein, Rita Brand will keine Stühle – sie will „Rita“. Auch wenn die großen weißen Holzkästen eigentlich den Namen der Stadt Tira in Israel bilden. „Ich war zusammen mit meiner Familie auf der Laga, als wir die Buchstaben der Stadt Tira gesehen haben.“ Eines ihrer Kinder meinte dann, man müsse die Buchstaben nur vertauschen – schon wird aus Tira eine Rita.

Und sie ist nicht die einzige, die an diesem Samstag noch einmal den Weg in den Goethepark gefunden hat. Rettungsassistent Jürgen Schrödl hat es direkt nach seiner Nachtschicht zum Laga-Verkauf gezogen. „Ich war vorher auch auf der Gartenschau und mir hat es richtig gut gefallen. Heute will ich einfach mal gucken, was es so gibt.“

So einiges: Aufbewahrungskisten für den Garten, Stühle in fruchtigen Farben. Wer ein großes Herz für die Laga hat und noch ein größeres Portemonnaie, der kauft sich ein Ruderboot (1.276 Euro), einen Holzpavillon (4 .079 Euro) – oder einen Defibrillator für 1.283 Euro. Für den hat sich Rettungssanitäter Jürgen Schrödl nicht entschieden. Er lädt die Planen mit dem Laga-Logo ins Auto: „Die benutze ich für meinen Garten.“

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Laga-Souvenirs der besonderen Art

Dort sollten in Karina Bodes Fall eigentlich auch ein paar Staudengewächse Wurzeln schlagen. „Ich hatte gestern von dem Verkauf gehört“, erzählt die Magdeburgerin, „und meinte noch zu meinem Mann, dass wir uns dann aber beeilen müssen.“ Denn die Tore zum Laga-Verkauf öffneten sich schon ab 8 Uhr. Knapp eine Stunde später sind alle Stauden verkauft – Karina Bode tröstet sich mit zwei Dahlien, die ihrem Garten ein bisschen Laga-Flair verleihen.

Auf ein Stück Gartenschau freut sich auch Rita Brand – beziehungsweise auf vier: Die großen weißen Buchstaben bekommen einen Ehrenplatz in ihrem großen Garten. „Ich war ganz berührt von der Laga. Das ist ein trauriger, aber jetzt auch schöner Abschied für mich.“ Die Rosianerin blüht regelrecht auf, wenn sie von den vergangenen Wochen spricht, besonders die Ihlegärten seien „einfach toll gewesen.“ Und sie muss es wissen. Rita Brand war schon auf knapp 15 Landesgartenschauen und ähnlichen Veranstaltungen. In Burg war sie von Anfang an dabei. „Den Weingarten habe ich von der Baustellenbegehung bis zur Endgestaltung ‚begleitet‘„, erzählt sie. Natürlich stehe auch in vier Jahren Bad Dürrenberg auf ihrer Liste.

„Auch dorthin haben wir einige Objekte verkauft“, berichtet Laga-Geschäftsführer Erhard Skupch. Etwa 60 Prozent des Bestandes habe die Laga GmbH an Städte und Gemeinden verkauft, schätzt er. „Wir haben am Weinberg Holzterrassen aufgebaut. Die wollten wir nicht abreißen.“ Auf den Erhalt der Standorte hoffen auch viele Burger wie Martina Wohlgemuth. „Ich war oft mit meiner Enkelin hier. Ich konnte nie verstehen, wieso sich jemand ins Auto setzt, um eine Landesgartenschau zu besuchen.“ Jetzt habe sie Bad Dürrenberg schon fest eingeplant – nach der Laga ist schließlich vor der Laga.

Alles rund um die zu Ende gegangene Landesgartenschau in Burg gibt es in einem Dossier.