Burg l Lebenshilfe-Geschäftsführer Erik Dietzel war sich am Freitagabend nicht ganz hundertprozentig sicher: „Aber ich glaube, wir erleben heute einen Besucherrekord. Ringsherum ist alles zugeparkt. Und das schönste sind die fröhlichen Gesichter.“ Mit dieser Einschätzung hatte er zweifellos Recht. Wohl vornehmlich deshalb, weil es die Mitarbeiter und Bewohner wieder geschafft haben, den Gästen eine Vielfalt zu präsentieren, die einen echten Weihnachtsmarkt ausmacht: Drinnen im Gebäude konnte bei Kaffee und Kuchen den Klängen der Musikschule Fröhlich oder der Kreismusikschule gelauscht werden. Und wer fürs Fest noch passende Dekorationen oder Gestecke haben wollte, war natürlich ebenso richtig. „Ein Weihnachtsgesteck schöner als das andere. Die sind wirklich mit sehr viel Mühe angefertigt worden“, sagte beispielsweise Rosemarie Schütze, die mit Ehemann Hans eine ganze Weile in dem ansprechend dekorierten Verkaufsraum verbrachte.

Noch überraschter war indessen Birgit Gallas aus Genthin. Eine Arbeitskollegin aus Burg hatte sie überredet, „doch mal mit zur Lebenshilfe zu kommen.“ Mit Erfolg: Birgit Galas war „total beeindruckt. Ich hatte gar nicht gewusst, dass hier etwas abgelegen so eine moderne Einrichtung existiert. Der Weihnachtsmarkt ist einfach spitze“, sagte sie. „Ich komme wieder.“

Das versicherte auch Bernd Felscher. Der ehemalige Lehrer hat hier viele Schüler wiedergetroffen und sich mit ihnen unterhalten.

Gute Vorbereitung

Daneben hatte das Team der Einrichtung natürlich wieder alles vorbereitet, damit Jung und Alt zusammen Dekorationsgegenstände für die besinnliche Zeit oder den Tannenbaum anfertigen können. Cornelia Praast scheute sogar die weite Anreise aus Arneburg bei Stendal nicht, um mit der vierjährigen Enkelin Mira zu basteln. „Meine Tochter arbeitet hier, und dann bin ich jedes Jahr hierher“, sagte die begeisterte Oma. Nur ein paar Meter weiter hatte sich Herbert Stoß mit Enkel John an kleinen Engeln versucht. „Das ist zwar nicht mehr so mein Ding, aber zum Glück gibt‘s freundliche Hilfe“, sagte der Rentner aus Burg, der sich anschließend noch eine deftige Bratwurst vom Grill gönnte.

Erik Dietzel wird mit der Einschätzung des Besucherrekordes wahrscheinlich richtig gelegen haben. Auch Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD), der sich unter die Interessenten mischte, sagte gleich zu Beginn seines Rundganges: „Ich vermute, es sind noch mehr Gäste als im vergangenen Jahr.“ Das spreche eben für die Einrichtung, sagte der Stadtchef. In der Lebenshilfe werden rund 500 Menschen mit geistiger Behinderung betreut.