Loburg l Schon länger fordern Lokalpolitiker, Eltern und Erzieher in Loburg eine sichere Möglichkeit für die Grundschulkinder, über die beiden Straßen zum Hort zu gelangen. Doch behördliche Mindestanforderungen bei Fußgänger- und Fahrzeugzahlen erlauben weder den ersehnten Zebrastreifen noch eine Bedarfsampel. Dazu heißt es von der Stadtverwaltung Möckern: „Die Errichtung anderer Querungsmöglichkeiten, wie Fußgängerüberweg oder Bedarfsampel, sind aufgrund der gemessenen Verkehrsströme als unrealistisch einzuschätzen.“

Ein Entgegenkommen

„Selbst die nun vorgeschlagene Querungshilfe ist ein Entgegenkommen“, erklärte am Montagabend Möckerns Bauamtsleiter Arne Haberland: „Wir hätten auch lieber eine Bedarfsampel.“ Am Sitzungsabend war auch Vize-Landrat Thomas Barz zu Gast. Vertreter der Landesstraßenbaubehörde waren nicht zur Ortschaftsratssitzung gekommen.

Die Landesstraßenbaubehörde plant für die Jahre 2019/2020 den Ausbau der Landesstraße L 55 von der Kreuzung Markt bis zum Ortsausgang Lindau. Im Rahmen der Vorgespräche zu dieser Maßnahme wurde seitens der Stadt Möckern angeregt, in die Planung Querungshilfen im Bereich Markt über die L 55 als auch über die B 246 einzubeziehen.

Zwei Varianten vorgelegt

Im Ergebnis legte die Landesstraßenbaubehörde zwei Varianten vor: Variante 1 sieht eine Querungshilfe über die L 55 im Bereich des jetzigen Fußgängerüberweges und eine weitere über die B 246 im Bereich der Litfaßsäule vor. Variante 2 sieht nur eine Querungshilfe über die B 246 im Bereich der Litfaßsäule vor, aber keine über die L 55.

Im Bauamt Möckern wird die Variante 1 favorisiert. „Aus Sicht der Verwaltung ist eine Verbesserung der Möglichkeiten zur Straßenquerung für Fußgänger grundsätzlich zu befürworten. Diese tragen zur Erhöhung der Sicherheit bei“, heißt es seitens der Stadtverwaltung Möckern. Wegen des Weges zwischen Schule und Hort sowie der Nähe zum Pflegeheim sei „jede Maßnahme, die zur Erhöhung der Sicherheit der Fußgänger beiträgt, zu begrüßen“.

Zebrastreifen sinnvoller

Für diese Variante stimmten mit einer Enthaltung auch die Loburger Ortschaftsratsleute. Allerdings betonten sie erneut, dass nicht zuletzt aus Kostengründen ein Zebrastreifen sinnvoller wäre. Andreas Vogler hält die Verkehrsinseln in Straßenmitte gar für ungeeignet, um Kinder im Klassenverband sicher über die Straße zu bekommen. Eine Querungshilfe, deren Kosten am Montag mit 250.000 Euro angegeben wurden, erfordert eine Fahrbahnverbreiterung, was den Wegfall von bis zu 15 der ohnehin schon raren Parkplätze in diesem Bereich bedeutet. Der Bau der Verkehrsinsel auf der L 55 vor der Apotheke bedeutet zudem den Wegfall des noch bestehenden Zebrastreifens, stellte Ratsmitglied Kerstin Petsch fest.

Eine letzte Hoffnung setzen die Ratsleute in eine erneute Verkehrszählung, welche Vize-Landrat Thomas Barz am Montagabend anbot. Die vorgelegten Messergebnisse, welche einen Zebrastreifen ausschließen, haben nicht alle Ratsleute überzeugt. Geäußert wurde von Katja Meilchen-Fosticz die Bitte, für die Zeit bis zur Fertigstellung mit Hinweisschildern oder Geschwindigkeitstafeln auf den Schulweg aufmerksam zu machen.

Umsetzung 2019/2020

Die vom Ortschaftsrat favorisierte Variante 1 soll nun in einer Stellungnahme der Stadt Möckern zur gesamten Maßnahme „Ausbau L 55 in der Ortslage Loburg“ eingehen. Die Umsetzung der Maßnahme soll im Jahr 2019/2020 erfolgen.