Burg/Genthin l Gespräche über berufliche Perspektiven, der Austausch von Bewerbungsunterlagen und bei gegenseitiger Sympathie ein Bewerbungsgespräch vereinbaren: all dies ist auf dem Berufsorientierungsevent „Jung & legendär“ am 4. Mai in der Sekundarschule „Carl von Clausewitz“ möglich.

Hier treffen lokale Unternehmen auf potentielle Bewerber und zukünftige Auszubildende. Derzeit werden dafür noch Aussteller gesucht.

Vorteile für beide Seiten

Für beide Seiten hätten solche formlosen Zusammentreffen viele Vorteile, sagt Candy Kaczmarek, Bereichsleiterin Markt und Integration im Jobcenter Jerichower Land, welches Mitveranstalter ist. „Die Firmen haben so die Möglichkeit, Unternehmen und Produkte, aber auch ihre Philosophie und Strategie bei der Personalsuche und Mitarbeiterorientierung vorzustellen“, sagt Kaczmarek. Viele Jugendliche seien zudem gar nicht mit den regionalen Arbeitgebern der Region vertraut und können hier fündig werden.

Der persönliche Eindruck ist dabei in der späteren Bewerbungsphase um einen Ausbildungsplatz von Vorteil. So hätten sich im Nachgang einige Male Ausbilder und Lehrling gefunden. Offiziell wird darüber allerdings keine Statistik geführt.

Insgesamt gesehen bietet der Ausbildungsmarkt jungen Menschen im Jerichower Land gute Chancen. Die Zahl der Ausbildungsstellen lag im Ausbildungsjahr 2017/18 in etwa mit den Bewerberzahlen gleichauf.

Positivtrend zeichnet sich ab

Auch in Bezug auf die Jugendarbeitslosigkeit im Landkreis zeichnet sich in den vergangenen fünf Jahren ein Positivtrend ab. Waren es im Jahr 2014 noch 181 junge Erwachsene unter 25 Jahren, die arbeitssuchend waren, sind es heute nur noch 124. Ein Rückgang von 30 Prozent.

Trotz dieses positiven Ausblicks ist auch der Fachkräftemangel im Jerichower Land Dauerthema. „Besonderer Bedarf besteht in den Branchen Gesundheits- und Sozialwesen, Verkehr- und Logistik, Baugewerbe, aber auch in bekannten Bereichen wie IT und Handwerk“, erläutert Kaczmarek. Viele Jugendliche würden sich noch immer vorrangig an klassischen Ausbildungsberufen, beispielsweise Verkäufer oder KfZ-Mechatroniker, orientieren. Wer sich frühzeitig orientiert, dem eröffnet sich bei Messebesuchen erst die Vielfalt an möglichen Berufsbildern.

„Auch demografische Gründe spielen eine Rolle. Der Abgang vieler älterer Arbeitnehmer in die Altersrente kann durch die rückläufigen Geburtenjahrgänge nicht kompensiert werden“, nennt die Fachbereichsleiterin einen weiteren Grund für fehlende Fach- und Arbeitskräfte im Landkreis.

Duale Ausbildung

„Viele Unternehmen haben allerdings auf den Fachkräftemangel reagiert und in die duale Ausbildung investiert“, nennt Kaczmarek eine Reaktion der Ausbildungsbetriebe, um künftig für Bewerber attraktiver zu sein.

Für Letztere hat die Fachbereichsleiterin des Jobcenters noch einen Tipp für den Besuch auf der „Jung &Legendär“ parat: „Wichtig sind eine positive und offene Ausstrahlung sowie der Mut, die Unternehmen auch anzusprechen. Aussagekräftige Bewerbungsunterlagen können ebenfalls hilfreich sein.“

Start am 4. Mai

„Jung &Legendär“ startet am 4. Mai um 13 Uhr in der Sekundarschule „Carl von Clausewitz“. Mitveranstalter sind die Agentur für Arbeit Magdeburg, das Jobcenter Jerichower Land und das Regionalen Übergangsmanagement (RÜMSA) veranstaltet.

Ausbildungebetriebe können sich noch bis zum 28. Februar telefonisch beim Arbeitgeberservice von Jobcenter und Arbeitsagentur unter 03933/94 22 21 anmelden.