Dörnitz/Altengrabow l „In den vergangenen drei Wochen wurden durch unser Personal etwa 80 Hektar Fläche an der Oberfläche abgesucht. Dabei wurden 65 Blindgänger gefunden und zirka 35 Tonnen Munitionsschrott geborgen. Die Blindgänger sind so unberechenbar und gefährlich, dass sie nicht geborgen und entsorgt werden können, sondern direkt vor Ort gesprengt werden müssen. Die Blindgänger werden jetzt nach und nach vernichtet“, so Oberstleutnant Eugen Poch, Kommandant des Truppenübungsplatzes Altengrabow.

Das bedeutet, dass es durch die Sprengungen auch mal lauter für die Anrainergemeinden werden kann. Die Fundstellen der Blindgänger sind mit Stäben markiert, um sie für die spätere Vernichtung schnell wieder auffinden zu können.

Kontrolliertes Abbrennen

Dass die anhaltende Trockenheit und die damit einhergehenden Flächenbrände auch etwas Gutes haben, bestätigte der Oberstleutnant. Blindgängerbelastete Flächen dürfen nur kontrolliert abgebrannt werden. Es wäre unverantwortlich, die Feuerwehr in eine solche Fläche zu schicken. Nach einem Brand ist das Gelände jedoch für eine Absuche optimal vorbereitet. Im hohen Heidekraut und Ginster würden Einsatzkräfte nichts finden. Die Blindgänger, die jetzt gefunden wurden, ragten manchmal nur teilweise aus dem Boden. „Die Gefahr lauert hier unsichtbar im Boden“erklärt der Kommandant. Und ergänzt: „Daran sollten auch mal die diejenigen denken, die sich illegal auf dem Platz aufhalten“.

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Der Heide schadet das Abbrennen übrigens nicht. Sie bildet bereits nach zwei Wochen wieder frisches Grün.

Teile stammen aus dem Krieg

Der Munitionsschrott, Munitionsteile sowie auch große Mengen Industrieschrott, der auf dem Truppenübungsplatz gefunden wird, stammt aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, mit Masse aber aus WGT-Zeiten (Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, von 1988 bis zur Auflösung 1994 war ihre Bezeichnung Westgruppe der Truppen, kurz WGT) sowie von der Bundeswehr.

Zeitgleich macht auch die Beräumung des Platzes durch zivile Kampfmittelräumfirmen weitere Fortschritte. Die hier eingesetzten Firmen beschränken sich dabei nicht auf die Absuche der Oberfläche, sondern sondieren das Gelände bis zu einer Tiefe von 2,50 Meter. Das Beräumungsfeld wird dazu in handhabbare Felder unterteilt. Jedes einzelne Fundteil wird dokumentiert. Bei der Suche muss jeder Fund vorsichtig angegangen werden. Mit dem Spaten kann bis auf eine Tiefe von 40 Zentimeter gegraben werden. Bei Fundteilen, die tiefer liegen, kommen mit Panzerglas ausgestattete Bagger zum Einsatz.

Auf diese Weise wurden in den vergangenen Monaten weitere 40 Hektar Fläche vollständig von Altlasten befreit.