Burg l Die kesse Elfjährige versteht schon ihr Handwerk - chapeau. Theresa bearbeitet ihr Schlagzeug mit harten Schlägen. Sie treibt damit Annie (16) an der E-Gitarre und Musiklehrer Klaus Heinze am Bass gehörig vor sich her. Was erklingt, ist richtig starker, kraftvoller, erdiger Blues.

Seit vier Jahren ist Theresa schon Musikschülerin. „Trommeln ist richtig cool“, sagt sie. Begonnen hatte sie urprünglich mit anderen In-strumenten. Zwei Pausen ihrer Lehrerin zwangen sie gewissermaßen, sich weiter umzuschauen - und sie landete bei den Schlaginstrumenten: beim Xylophon, beim Schlagzeug.

Seit einem Jahr gehört Theresa zur aktuellen Rockband der Kreismusikschule: Band X. Wie Annie. Die 16-Jährige lernt seit der 4. Klasse Instrumente spielen. Vor wenigen Tagen hatte die fünfköpfige Band ihren ersten öffentlichen Auftritt. In Halle. „Wir waren so aufgeregt“, sagt Annie. „Aber es war ganz einfach klasse.“

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450 Kinder werden unterrichtet

Zahlreiche Eltern nutzten mit ihren Kindern am Sonnabend die Gelegenheit, sich über die Angebote der Kreismusikschule „Joachim a Burck“ zu informieren. Die sind breit gefächert, bestätigt Schulleiter Rainer Voß. Rund 450 Kinder und Jugendliche werden hier unterrichtet. 22 Lehrer, darunter sechs festangestellte, unterrichten zum Beispiel verschiedene Tasten-, Streich- und Blasinstrumente, Gitarrren, Gesang und natürlich auch Theorie. Die Musikschule hat dafür Standorte in Burg, Genthin, Möckern und Gommern.

Und früh beginnt es schon. Um Nachwuchs zu gewinnen, nutzt die Kreismusikschule nicht nur die „Tage der offenen Tür“. Sie gibt Konzerte, bietet sich an, zu besonderen Anlässen, bei Feiern und Festen aufzutreten.

Rainer Voß und seine Mitstreiter gehen auch in die Kindertagesstätten und Grundschulen im Jerichower Land. Musikalische Früherziehung ist das Zauberwort. In Kindern soll schon ab drei, vier Jahren die Freude an Musik und am Musizieren geweckt werden.

Wer an der Musikschule lernen möchte, bekommt das nicht kostenlos. Eine Gebührenordnung, zu finden auf der Internetseite des Landkreises, weist minutiös aus, was der Unterricht kostet.

„Hochbegabte Schüler unterstützt der Fördervein unserer Schule, wenn sie weitermachen wollen“, erläutert Voß Möglichkeiten finanzieller Unterstützung.

In Familien, wo es finanziell knapper ist, helfen Jobcenter auf Antrag der Eltern über Gutscheine. „Das wird gut genutzt“, freut sich Voß, dass nicht allein der Geldbeutel darüber entscheidet, ob ein Kind seine künstlerischen Begabungen herausfinden und entwickeln kann.

Um weiter zu kommen, ist Üben das A und O. „Nach einem halben Jahr kann man schon Lieder auf der Gitarre spielen“, weiß Klaus Heinze. Seit sechs Jahren unterrichtet er in Burg. Rainer Voß bestätigt dies. „Aber allein das Lernen an der Musikschule reicht nicht, man muss auch zuhause üben.“ Die Musikschule unterstützt auch hier, denn Musikinstrumente können ganz schön ins Geld gehen. „Wir können zwar kein Klavier verleihen, aber andere Instrumente schon“, erläutert Voß. Gegen eine Gebühr können Kinder gerade am Anfang mit einem Schulinstrument austesten, ob Musizieren ihre Sache ist.

Am späten Nachmittag zeigten 15 von 23 Musikschülern, die ihre Prüfungen im Sommer bestanden hatten, was sie können. „Ein schöner Abschluss vor Eltern und Besuchern mit Musik, Urkunde und Blümchen“, findet Voss. Prüfungen müssen nicht abgelegt werden. Wer es tut, will es wissen.

Mit Spenden erhöht sich auch der Spielraum der Musikschule. Am Sonnabend durfte sich Schulleiter Voß wieder über eine kleine Zuwendung freuen. Der CDU-Stadtverband Burg und der Landtagsabgeordnete Markus Kurze übergaben 250 Euro. Die Weihnachtsfeier der Christdemokraten wird die Musikschule musikalisch umrahmen.