Burg/Genthin l „Und wenn wir es nicht zum CTG schaffen, weil der Muttermund vollständig geöffnet ist, lassen Sie locker“, gibt sich die leitende Hebamme Kathrin Tolle-Radigk im Kreißsaal der Burger Helios Klinik Burg total entspannt.

Die erfahrene Geburtshelferin ist mit werdenden Eltern auf der Entbindungsstation unterwegs. Dass sie routiniert ist, zeigt auch ihre Gelassenheit, als ihr am Telefon durch den Notdienst eine Frau unter Wehen angekündigt wird.

Zehn Hebammen, zwei Kreißsäle

Unter den Eltern in spe sind auch Bianca Panwitz und Steffen Ritter aus Schermen. „Die Vorfreude ist sehr groß“, sagt der werdende Vater. Es ist ihr erstes Kind. Der Junge soll Ende März das Licht der Welt erblicken. „Für uns kam nur eine klinische Geburt in Frage“, sagt die hochschwangere Bianca Panwitz (36). Die Strecke nach Magdeburg wollen die beiden nicht auf sich nehmen. „Wir fühlen uns hier gut aufgehoben“, so der 41-Jährige werdende Papa. Zehn Hebammen, im gesamten Landkreis sind es 18, kümmern sich in Burg in zwei Kreißsälen um Gebärende. Bezeichnend für die Klinik sei eine „familienorientierte, einfühlsame Geburtshilfe auf hohem medizinischem Niveau“ sagt Pressesprecherin Katja Boese. „Bereits während der Schwangerschaft werden Geburtsvorbereitungskurse für werdende Mütter und Väter und Geschwisterkurse angeboten“, nennt sie einige Angebote. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Hebammen und Ärzten sorge für ein hohes Maß an Sicherheit für Mutter und Kind.

Neben Medikamenten zur Schmerzlinderung stünden auch alternative Mittel auf homöopathischer Basis und Akupunktur zur Verfügung. Für werdende Eltern im Jerichower Land, die in einer Klinik entbinden wollen, steht derzeit nur der Kreißsaal in der Burger Helios Klinik zur Verfügung. Hier kommen jährlich rund 400 Kinder zur Welt.

Alternativen gibt es im brandenburgischen Rathenow, der Havelstadt selbst oder in Magdeburg. Auf eine Geburtshaus können Paare in der Region nicht zurückgreifen.

Reanimation in Sekundenschnelle

„Für den Notfall haben wir hier einen Raum für die Reanimation“, schließt Tolle-Radigk ihre Kreißsaalführung für diesen Nachmittag ab. Binnen Sekunden kann so reagiert werden. Auch der OP ist vis-à-vis auf der gleichen Etage. Natürlich wünschen sich alle Eltern, dass beides nicht gebraucht wird.

Nach neun Jahren sind Bianca und Steffen nun bald zu dritt. Welche Rolle der Vater in spe unter der Geburt einnehmen wird, haben sich beide noch nicht überlegt. „Er wird schon merken, wenn ich einen Moment für mich brauche“, ist sich die zukünftige Mutter sicher.