Burg l Ist das eine Übung? Mit lautem Getöse durchpflügt ein schwerer Bergepanzer die Heidelandschaft am Rande des Truppenübungsplatzes der Krähenberge. Hoch und runter schaukelt das tonnenschwere Gefährt. Nein, das ist keine Lehrstunde für angehende Panzerfahrer, sondern Landschaftspflege pur, sagt Christian Block, Revierleiter des Bundesforstes nördliches Sachsen-Anhalt. Denn die breiten und schweren Ketten des Panzers lockern den teilweise harten Boden der Heide auf und sorgen gleichzeitig dafür, dass sich die kleinen Samen von den Pflanzen lösen und ausbreiten. „Eine ganz effektive Methode. Auf diese Weise hat die Jungheide wieder eine Chance, sich zu entwickeln.“ Damit dies immer wieder gelingt und die einzigartige Landschaft auch für die nächsten Generationen erhalten bleibt, muss die Heide, ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet unter europäischem Schutz, regelmäßig gepflegt werden. Nicht nur mit Technik, sondern auch per Hand. „Das schaffen wir nur mit Hilfe der Bundeswehr, die dafür immer einen Umwelttag einlegt“, sagt Block. Wie dieses Mal. Standortfeldwebel Steven Rügen vom Logistikbataillon 171 ist froh, mit seinen Soldaten Hand anlegen zu können. „Das ist für uns natürlich keine alltägliche Arbeit, aber in jedem Fall sinnvoll.“ Wenige Minuten später verteilt sich die 30-köpfige Truppe und schwärmt aus. Ihre Aufgabe besteht darin, die Fläche gemeinsam mit Forstwirten von Kiefern, Birken oder der spätblühenden Traubenkirsche zu befreien. „Es ist wichtig jeden Quadratmeter abzusuchen, weil auch die kleinsten Jungbäume entfernt werden müssen“, erklärt Block.

Umwelttag einmal im Jahr

Einmal, mindestens aber alle zwei Jahre muss die Heide auf diese Weise durchkämmt werden. Und zwar deshalb, weil die Landschaft sonst wieder verbuschen würde. „Ohne diese Arbeiten wäre hier in 20 bis 30 Jahren wieder Wald. Das wollen wir verhindern“, so der Revierleiter. Immerhin handele es sich bei der Burger Heide um eine der „besten und ausgeformten“ landesweit.

Bis zum Mittag wurden mehrere Lkw mit Jungbäume verladen und auf einen Grünschnittplatz gebracht.

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Währenddessen hat der dröhnende Bergepanzer kreuz und quer unzählige Runden gedreht und den Boden aufgelockert. Die Erde ist nach dem Regen noch feucht, so dass sich der winzige Samen gut entwickeln kann.

Lebensraum für Insekten

In der Heidelandschaft kehrt wieder Ruhe ein. Das soll auch so sein. Sie bietet unter anderem Lebensraum für die Schlingenotter, Kreuzkröte, Heidelerche und auch für den Wiedehopf. Ein Heidestrauch wird bis zu 40 Jahre. Und: Die blühende Heide liefert übrigens auch den begehrten Heidehonig. Allerdings nur bei intensiver Pflege.

Auch für die Stadt ist die Heide ein „ganz besonderes Kleinod, das unbedingt erhalten werden muss“, sagt der zuständige Grünflächenexperte Wieland Günther. Damit habe die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis ein. „Darauf können wir stolz sein.“