Dannigkow l Neptuns Häscher holten ordentlich Schwung, bevor sie Emily im hohen Bogen in den Plattensee warfen. Wieder Boden unter den Füßen trank das Mädchen genauso mutig, wie sie sich den Häschern gestellt hatte, ihren Schluck aus Neptuns Kessel und merkte schnell, dass es nicht schlimm schmeckte. Denn der Meeresgott hatte nur rote Grütze etwas flüssiger als üblich zubereiten lassen. Stolz nahm Emily ihre Urkunde entgegen. Auf "Kleine Meerjungfrau" hat Neptun sie getauft.

Eierlaufen und Sackhüpfen

Bevor der Meeresgott sich per Boot an den Strand des Plattensees fahren ließ, hatten Marion Grabas, Leiterin des Campingplatzes, und ihre vielen Helfer klassische Kinderspiele für die Jungen und Mädchen organisiert. Vorwiegend im Schatten der Bäume konnten die Kinder beim Eierlaufen, Sackhüpfen oder Gummistiefelweitwurf Punkte sammeln (und kleine Süßigkeiten) und sich auf ihren Laufzettel ihren Namen wünschen, auf den Neptun sie taufen sollte.

Unterstützt wurde das Neptunfest durch die Ortsfeuerwehren Ladeburg und Dannigkow und durch die DLRG. Auch viele Dauercamper halfen mit. "Ohne ihre Hilfe ginge es gar nicht", bedankte sich Marion Grabas für das Engagement.

Bilder

Dauercamper als Neptun

So steckte im Kostüm des Meeresgottes mit Ralf Matthiä ebenfalls ein Dauercamper. Er war im vorigen Jahr kurzfristig als Neptun eingesprungen und übernahm die Rolle wieder sehr gern, als er gefragt wurde. Weil es im vergangenen Sommer so kurzfristig gewesen war, hatte er seine Verkleidung improvisieren müssen. In diesem Jahr war er extra im Kostümladen gewesen, um mit Krone, wallendem Bart, grünen Hemd und Hose und Dreizack genauso auszusehen, wie man sich einen Neptun vorstellt. "Für den Plattensee mache ich das gerne", erklärte der Alslebener. Seit drei Jahren gehört seine Familie zu den Dauercampern im Naherholungsgebiet bei Dannigkow. "Wir sind hier sehr herzlich aufgenommen worden." In diesem Jahr hat es sogar mit einem Bungalow geklappt. Wie kommt man von der Saale an den Plattensee? "Der Opa meiner Frau war hier Hausmeister gewesen, deshalb kannte sie den Plattensee sehr gut."

An seiner Seite hatte Ralf Matthäi alias Meeresgott Neptun mit Marion Grabas eine ebenfalls kostümierte Assistentin und mit Steffen und Tobias zwei flinke Häscher. "Ich kenne das Neptunfest noch von Kindertagen aus dem Ferienlager", erzählte Steffen. Es sei "schön, mal auf der anderen Seite zu stehen".

Wurf in den See

Mit einem Wurf in den Plattensee wurden nur die großen Kinder getauft. Den kleineren Jungen und Mädchen benetzte Neptun behutsam den Haarschopf mit etwas Wasser. Die Angst, im Badesee zu landen, war unter den großen Kindern auch nicht sehr ausgeprägt. Erst Levi machte sich einen Spaß daraus, vor den Häschern Steffen und Tobias wegzulaufen. Er entkam ihnen aber nicht.

Mit Tamara war unter den zahlreichen Kindern, die am Neptunfest teilnahmen, ein Geburtstagskind. "Happy Birthday", stimmte Neptun für das Mädchen an und alle Kinder und Erwachsenen sangen das Geburtstagslied mit. Das Geburstagskind ließ sich den Namen "Meeresperle" geben.