Bürgermeisterwahl

Philipp Sievert setzt sich in Burg in der ersten Runde durch

Philipp Sievert (parteilos) hat die erste Runde der Bürgermeisterwahl in Burg mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Er tritt in der Stichwahl in zwei Wochen gegen den ebenfalls parteilosen Kandidaten Bernhard Ruth an. Die Wahlbeteiligung lag in Burg bei 54,64 Prozent.

Von Mario Kraus
Feierstimmung bei Philipp Sievert (Mitte) Sonntagabend in der Reesener Pfarrscheune.
Feierstimmung bei Philipp Sievert (Mitte) Sonntagabend in der Reesener Pfarrscheune. Foto: Bettina Schütze

Burg - Bei der ersten Runde der Bürgermeisterwahlen macht Philipp Sievert klar das Rennen. Das Pendel schlug am Sonntagabend bereits nach Auszählung der ersten Wahllokale zugunsten des 34-jährigen Kandidaten aus, der von SPD, Linken und Bündnisgrünen in Burg und im Jerichower Land unterstützt wird. Er kann mit Stand von 22.15 Uhr exakt 37,98 Prozent auf sich vereinen. Der Reesener, der bei der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt arbeitet, wird sich in der Stichwahl in zwei Wochen mit Bernhard Ruth (parteilos), Sachgebietsleiter in der Stadtverwaltung, messen. Der 56-Jährige, erhielt 26,66 Prozent der Stimmen und lieferte sich über weite Strecken ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit René Kellner. Der leitende Mitarbeiter eines kommunalen IT-Dienstleisters kommt auf 21,83 Prozent der Stimmen und ist damit genauso aus dem Rennen wie Christian Werner aus Detershagen mit 8,13 Prozent.  Gerald Lichtenberg kommt mit vier Prozent auf den fünften Platz mit einem Anteil von 5,40 Prozent.

Mit der ersten Wahlrunde haben sich die Wähler in der Kernstadt und den sechs Dörfern ganz klar für den jüngsten der fünf Bewerber ausgesprochen. Sein Resultat sorgte am späten Abend für Feierstimmung auf dem Gelände der Reesener Pfarrscheune. Parteifreunde, die Familie und viele Sympathisanten fanden sich dort ein. „Das ist ein unbeschreiblicher Moment. Natürlich habe ich auf einen vorderen Platz gehofft. Dass das Ergebnis tatsächlich so deutlich ist, sehe ich als einen sehr großen Vertrauensvorschuss der Wählerinnen und Wähler. Diesem will auch gerecht werden“, sagte Sievert, dessen Handy über  Stunden nicht verstummen wollte. Jetzt müsse der Vorsprung bis zur Stichwahl ausgebaut beziehungsweise gefestigt werden. Denn noch sei die Wahl nicht durch. Es müssten auch diejenigen angesprochen werden, „die die anderen Bewerber gewählt haben. Deshalb gehe ich mit einer großen Ernsthaftigkeit in die nächsten Wochen. Es gibt keinen Selbstlauf.“

Zweitplatzierter Ruth will weiter überzeugen

Das sieht auch Bernhard Ruth so. „Ich bin mit dem zweiten Platz, den ich als parteiunabhängiger Bewerber erreicht habe, am Ende des Tages sehr zufrieden. Noch ist alles offen und die Wahl keineswegs gelaufen.“ Jetzt komme es darauf an, als Person und thematisch zu überzeugen. „Ich bleibe guter Dinge und werde weiter für mich und meine Ziele werben.“

René Kellner, der auf die Unterstützung der CDU setzen konnte, nimmt das Ergebnis sportlich. „Aber ich muss eben zur Kenntnis, dass ich nicht ganz so bekannt bin wie der eine oder andere Bewerber.“ Er werde den Kopf trotzdem nicht in den Sand stecken. „Ich wohne gerne hier und bleibe auch aktiv“, so der 39-Jährige. Die vergangenen Monate und Wochen seien in jedem Fall eine wichtige Erfahrung gewesen.

Christian Werner, der im Gegensatz zu den anderen Bürgermeisterkandidaten keinen aktiven öffentlichen Wahlkampf betrieben hat, betrachtet die zurückliegenden Wochen „als spannende Bereicherung“. Und mit seinem Stimmenanteil von zehn Prozent ist er „absolut zufrieden, wenn man bedenkt, dass ich nicht die Mittel für einen Wahlkampf zur Verfügung hatte wie andere Kandidaten.“ Werner, der auch im Ortschaftsrat von Detershagen sitzt, sieht sich erst am Anfang seines politischen Weges. „Mal sehen, in ein paar Jahren sind ja wieder Stadtratswahlen …“, so der Bundeswehrsoldat.

Gerald Lichtenberg war gestern für eine telefonische Stellungnahme nicht zu erreichen.

Wahl verlief reibungslos

In den engeren Zirkeln der Wahlkampfteams wird der Sonntagabend mit all seinen Facetten am heutigen Montag ausgewertet.

Für Stadtwahlleiter Sven Reinald ist der Wahltag „insgesamt gut verlaufen. Es hat alles geklappt, die exakten Vorbereitungen im Vorfeld haben sich ausgezahlt. Alle Mitarbeiter in den Wahllokalen haben ihr Bestes gegeben und gewissenhaft gearbeitet. Drei Wahlen sind nun mal nicht in einer Stunde fertig.“ Dennoch sei es eine große Leistung, dass die Auszählung bereits kurz nach 22 Uhr beendet werden konnte. Jetzt konzentriere sich das Team auf die Stichwahl.