Das Ehrenamt in der Straffälligenhilfe

Freiwillige betreuen Inhaftierte während der Haft und geben Hilfestellung auf dem schwierigen Weg nach der Entlassung. Daneben helfen sie, Vorurteile abzubauen.

Als Ehrenamtlicher muss man mindestens 21 Jahre alt sein, im Besitz eines gültigen Führungszeugnisses, empathievoll und wertschätzend mit Menschen umgehen können.

Weitere Voraussetzungen sind Flexibilität, Belastbarkeit, eine teamorientierte Arbeitsweise und Organisationsfähigkeit.

Interessierte werden fachlich angeleitet und erhalten eine Fortbildung in den grundlegenden Methoden der Arbeit mit Straffälligen.

Es bestehen immer Möglichkeiten des Austausches zwischen dem Ehren- und dem Hauptamt.

Bei Interesse kann Kontakt mit dem Diakonischen Werk im Jerichower Land, Grünstraße 1b, in Burg aufgenommen werden.

Burg/Genthin l Die Broschüre ist ein Hilfsangebot für Inhaftierte, von Haft bedrohte Menschen und deren Angehörige. Auf 60 Seiten können sich die Leser über die Projekte zur Resozialisierung, Ansprechpartner für eine Suchtberatung oder auch über den Täter-Opfer-Ausgleich informieren. „Wir wollen den Menschen, die aufgrund ihrer Verfehlungen eine Strafe erhalten haben, eine neue Chance geben“, erklärt Reinbern Erben, Vorsitzender des Arbeitskreises „Resozialisierung & Kriminalprävention“ im Jerichower Land.

Mit der Broschüre wolle man diesen Menschen und auch deren Angehörige einen Überblick über Ansprechpartner und Unterstützungsangebote liefern. „Wir wollen ihnen die Hand reichen für die Zeit danach“, sagt Erben. Und meint damit die Zeit nach der Haft.

Erarbeitet wurde die Broschüre innerhalb des Zebra-Projektes, das seit vier Jahren unter dem Dach der Diakonie arbeitet. Zebra steht für Zentrum für Entlassungshilfe, Beratung, Resozialisierung und Anlaufstelle zur Vermittlung gemeinnütziger Arbeit. Vertreter des Projektes sowie zahlreiche weitere Partner aus Polizei, Justiz und Opferhilfe sind in dem Arbeitskreis „Resozialisierung & Kriminalprävention“ integriert. Dieses umfangreiche Hilfenetz wurde in der neuen Broschüre erstmals gebündelt vorgestellt.

Brücke schlagen

Als wichtiger Partner innerhalb dieses Hilfenetzes und des Arbeitskreises sieht sich auch das Jobcenter. „Wir wollen den Haftentlassenen auf sein Leben danach vorbereiten und die Brücke zur Gesellschaft schlagen.“ Damit meint Geschäftsführer Marco Gravert, dass auch den aus der Haft entlassenen eine Grundsicherung zustehe. Wichtig sei, dass die Menschen nach ihrem Aufenthalt in der Justizvollzugsanstalt (JVA) mit einer Wohnung und bestenfalls mit einer Arbeit versorgt werden. Denn: „Nur so ist eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglich“, betont Gravert.

Der Kontakt mit den Arbeitnehmern ist ein Thema, an dem der Arbeitskreis und das Jobcenter auch in Zukunft weiter arbeiten wollen. „Die Vorbehalte am Arbeitsmarkt sind sehr unterschiedlich. Hier muss noch ein stückweit das Vertrauen gegenüber diesen Menschen aufgebaut werden“, macht Candy Kaczmarek vom Jobcenter deutlich.

Spezifische Informationen

Demnächst wollen Vertreter des Arbeitskreises noch verstärkter in Berufsverbände wie der Kreishandwerkerschaft und der IHK hineingehen, um das Gespräch zu suchen. „Oft fehlen die Chancen, dass sich aus der Haft Entlassene auch beispielsweise in Form eines Praktikums zeigen können“, weiß Kaczmarek zu berichten.

Das Heft ist in einer Auflage von 1000 Stück erschienen und liegt bei den Netzwerkpartnern des Arbeitskreises, der Justizvollzugsanstalt, den Gerichten und beim Täter-Opfer-Ausgleich aus. „Die Informationen darin sind sehr spezifisch, darum haben wir auf eine öffentliche Verteilung der Hefte verzichtet“, erklärt Erben. Es sei aber gerade für die Netzwerkpartner und auch für die entsprechenden Partner innerhalb des Hilfenetzes sehr gut nutzbar, versichert Candy Kaczmarek.