Burg l Wenn selbst einer der profundesten Kenner der Burger Stadtgeschichte und ehemaliger Chef des städtischen Bauausschusses seinen Respekt zollt, muss ein Bauprojekt förmlich gelingen. „Das Rolandquartier ist ein Gewinn für die Stadt. Ich bin dankbar, dass wieder an die Historie angeknüpft wird“, sagte Klaus Möbius gestern, kurz bevor Bauherrin Angela Neumann den letzten Nagel ins Gebälk des Wohnhauses Magdeburger Straße 45 einschlug. Gerade dieses Gebäude, das Generationen von Burgern als Scharfe Ecke bekannt ist, hat nach dem Abriss für reichlich Diskussionen gesorgt, weil Erinnerungen damit verbunden waren. Die ebbten dann im Sommer vergangenen Jahres schlagartig ab, als der Grundstein für ein neues Haus gelegt wurde.

Jetzt hat Burg wieder seine Scharfe Ecke – mit sechs modernen Wohnungen, die zwischen 54 und 95 Quadratmeter groß sind. Allesamt verfügen sie über Fußbodenheizung, Aufzug, Loggia und Balkon. Insgesamt bietet das Haus eine Wohnfläche von 710 Quadratmetern – in bester Stadtlage. Im Juni kommenden Jahres werden die ersten Mieter einziehen. „Die Nachfrage ist ungebrochen“, sagt Unternehmer Heiko Neumann. Etwas früher kann sogar das Nachbargebäude, die Magdeburger Straße 44, an die künftigen Mieter der elf Wohnungen übergeben werden. Dafür wird der April angepeilt.

Reihenhäuser sind geplant

Damit nicht genug: Bauleute zahlreicher Gewerke werden sich auch im kommenden Jahr auf der großen Fläche gegenüber dem Rolandplatz tummeln. Denn im Frühjahr sollen auch die Grundsteine für die Häuser Brüderstraße 25 und 26 gelegt werden, anschließend für die Bebauung des Innenbereiches. Die Arbeiten an der alten Brauerei folgen dann zum Schluss. Neben Wohnungen sind auf dem Areal des so genannten Hofes auch Reihenhäuser im gehobenen Segment vorgesehen. Bis Ende 2023 wird das Rolandquartier insgesamt 140 Wohnungen beherbergen, wobei auch entsprechende Stellplätze zur Verfügung gestellt werden.

Ein sportliches Ziel, das viel Zuspruch von der Kommunalpolitik erfährt. „Wir sind froh und dankbar, dass Familie Neumann dieses Großprojekt stemmt, weil es den Wünschen vieler Einwohner entgegenkommt“, sagte Bauausschuss-Chef Clemens Engel (CDU). Und auch der Vorbesitzer der Scharfen Ecke, Wolfgang März, ist mehr als zufrieden, das ein Unternehmer „in seiner Heimatstadt in dieser Größenordnung investiert“. Und als Geschäftsführer der Indus- trie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg freue er sich, dass viele Firmen aus der Region in das Projekt eingebunden seien.

Millionen Euro Investition

Für die Gestaltung des rund 11.000 Quadratmeter großen Roland-Quartiers wird ein zweistelliger Millionenbetrag investiert.