Grundstücksmarkt

Rund 133 000 Euro für ein Eigenheim im Jerichower Land

Die eigene Immobilie bleibt auf der Wunschliste vieler Familien ganz oben: Lohnt sich das Vorhaben in Burg und seinen Dörfern? Gibt es ausreichend Bauplätze? Wie attraktiv sind die Finanzierungsmöglichkeiten? Diese und andere Fragen beleuchtet die Volksstimme in einer neuen Sommerserie. Heute: der Grundstücksmarkt.

Von Mario Kraus
Der Bereich Weidenbogen/Wacholderbogen/Sanddornweg in Burg-Ost ist eines der jüngsten Wohngebiete der Kreisstadt und jetzt nahezu vollständig bebaut.
Der Bereich Weidenbogen/Wacholderbogen/Sanddornweg in Burg-Ost ist eines der jüngsten Wohngebiete der Kreisstadt und jetzt nahezu vollständig bebaut. Foto: Mario Kraus

Burg - Wer bauen will, muss vergleichen, prüfen und vor allem viele Informationen einholen. Schließlich dreht sich fast immer alles ums Geld. Ein wichtiger Eckpfeiler ist dabei der Grundstücksmarktbericht, den das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt alle zwei Jahre veröffentlicht und der auch im Internet abrufbar ist. Das Dokument gibt unter anderem einen Überblick über die Preisentwicklung von Bauflächen und Art der jeweiligen Häuser. Die jüngste Auswertung basiert auf alle Kaufverträge in den Jahren 2019 und 2020

Dabei zeichnet sich eine länger anhaltende Entwicklung ab: Bauen liegt immer noch stark im Trend, bestätigt Jochen Hausen, Dezernatsleiter Wertermittlung, Bodenordnung und stellvertretender Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Sachsen-Anhalt. Wer den Schritt in Richtung Eigentum wagen will, kann bei den Grundstückspreisen in Burg und der umliegenden Region größere Unterschiede feststellen und auf diese Weise je nach Geldbeutel die passende Entscheidung treffen, wobei die Kreisstadt in den kommenden Jahren verstärkt Bauflächen ausweisen will, die auch bezahlbar sind, kündigt Bürgermeister Philipp Stark (parteilos) an. Als Beispiel sieht er dabei das Wohngebiet Burg-Süd, das weiter entwickelt werden und vor allem jungen Familien eine Baumöglichkeit bieten soll.  Immerhin befinden sich Schule, Kita und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort.

Ungeachtet dessen gibt der Grundstücksmarktbericht für Burg bei guter Lage der jeweiligen Baufläche einen Richtwert von 85 Euro pro Quadratmeter vor, bei mittlerer Lage 40 Euro pro Quadratmeter und bei einfacher Lage 28 Euro. Zum Vergleich: Zum Speckgürtel Magdeburgs gehörend, ist Biederitz im Jerichower Land nach wie vor das teuerste Pflaster für Häuslebauer – und immer noch heiß begehrt. Für ein Einfamilienhaus-Grundstück in guter Lage müssen mindestens 100 Euro pro Quadratmeter, in mittlerer Lage 90 Euro und in einfacher Lage 40 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch gelegt werden. Günstiger als in Burg sind die Grundstückspreise übrigens in Richtung Genthin, wo etwa 30 Euro pro Quadratmeter zu Buche stehen. Einige Jahre zuvor waren es knapp über 20 Euro.

Das Grundstück ist das eine, das eigentliche Haus das andere. Wer ein solches kaufen beziehungsweise bauen will, muss ebenfalls die Kosten dafür einkalkulieren. Durchschnittlich kostet ein Haus etwa 133 000 Euro, wobei teilweise deutliche Schwankungen möglich sind. 2018 waren es im Schnitt 127 000 Euro. Etwas günstiger geworden sind Reihenhäuser oder Doppelhaushälften. Hier müssen sich Kaufinteressierte auf rund 100 000 Euro pro Immobilie im Durchschnitt einstellen. Die Nachfrage nach Reihen- oder Doppelhaushälften ist vor allem am Großstadtrand sehr hoch.

Der Erwerb von Immobilien ist auch über Zwangsversteigerungen möglich. In Sachsen-Anhalt gibt es 73 Zwangsversteigerungstermine pro 100 000 Haushalte. Das ist mehr als dreimal so hoch wie in Bayern (22) und fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt (36). Ein Vorteil für Sachsen-Anhalt: Hier sind die Verkehrswerte bundesweit am niedrigsten.