Burg l Das Einzige, was an der etwa 200 Meter langen Burger Mühlenstraße noch ruinös ins Auge fällt, sind die Reste der Killmey’schen Mühle, die der Straße ihren Namen gibt. Wenige Meter weiter wird schon der Bogen ins moderne Zeitalter geschlagen, nachdem der Straßenzug mit dem Häusern 8 und 10 aus dem Dornröschenschlaf erwacht und die Bausubstanz alter Häuser für neue und modern gestaltete Wohnungen genutzt wird. „Hier ist es einfach wunderschön, eine ganz tolle Wohngegend und -gemeinschaft“, sagt Monika Ostermann, die Ende Mai dank ihrer Kinder und Freunde den Umzug aus der Deichstraße in die Burger Mühlenstraße gestemmt hat.

Prägende Häuser bleiben erhalten

„Vor allem die Tatsache, dass manche Häuser mit ihren typischen Kellergewölben, die für die frühere Braukunst sprechen, wieder genutzt werden, ist etwas Besonderes“, sagt die 64-Jährige. Als ehrenamtliche Stadtführerin ist ihr ohnehin wichtig, dass möglichst viele prägenden Wohnhäuser von Burg für Jung und Alt erhalten bleiben und saniert werden. „Auf der grünen Wiese kann jeder bauen“, meint Ostermann, die sich ihre Zwei-Zimmer-Wohnung mit den 66 Quadratmetern schick und zweckmäßig eingerichtet hat – und gern den Blick in Richtung Ihle und Flickschupark schweifen lässt. „Ich bin Albertine Flickschu immer wieder dankbar, dass sie diese Parkanlage für die Stadt ermöglicht hat“, sagt sie.

Das unterstreicht auch Investor und Planer Marc Randel, der im vergangenen Jahr mit den Arbeiten für die beiden Häuser begonnen hat und bis zur Fertigstellung rund 1,7 Millionen Euro in die Hand nimmt, um 14 moderne Zwei-, Drei- und Vier-Raum-Wohnungen zu schaffen. Er erinnert sich: „Wir hatten noch nicht einmal mit dem ersten Hammerschlag begonnen, da waren die Wohnungen im Prinzip schon vergeben.“

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Alle sind mit Fahrstühlen erreichbar, haben Terrasse oder Balkon, sind barrierefrei und mit gehobener Grundausstattung. „Schon deshalb ist die Nachfrage nach solchen Wohnungen unabhängig der Altersstruktur sehr groß“, sagt Randel aus Erfahrung.

Carports und Grünflächen

Bis September sind dann alle Wohnungen bezogen. Und nach und nach werden dann die Außenanlagen unter anderem mit Carports und Grünflächen hergerichtet. „Die Investition hier hat sich schon jetzt gelohnt“, sagt Randel, der dafür viel Zuspruch erfährt. Unter anderem aus den Reihen der Kommunalpolitik. Der alte und neue Bauausschussvorsitzende Clemens Engel (CDU) sieht das Projekt „zukunftsweisend für Burg. Wir benötigen für alle Geldbeutel entsprechenden Wohnraum. In diesem Zusammenhang ist es auch richtig, dass vorhandene Altbauten genutzt werden. Auch wenn das zum Teil mit erheblichem Aufwand verbunden ist.“

Zudem sei jede Investition in den Wohnungsbestand auch ein Beitrag, um die Einwohnerzahl in der Stadt zu stabilisieren, so Engel, der deshalb auch auf die künftigen Vorhaben am Rolandplatz, an der Martin-Luther-Straße oder Holzstraße verweist. „Diese privaten und genossenschaftlichen Projekte machen die Stadt in den kommenden Jahren noch attraktiver.“

Wichtige Vorleistung

Eine wichtige Vorleistung hat die Stadt für die Burger Mühlenstraße als interessante Wohngegend bereits geschaffen. Im März 2015 wurden nicht nur neue Trink-, Regen- und Schmutzwasserleitungen verlegt, sondern das zerbröselnde Kopfsteinpflaster gegen eine neue Asphaltschicht ausgetauscht.