Haushalt Biederitz

Schwerpunkt der Investitionen im Jahr 2021 ist mit 1,9 Millionen Euro der Anbau ans alte Rathaus

Von Anke Reppin

Biederitz. Im Biederitzer Haushalt klafft ein großes Loch: 600.000 Euro beträgt das Defizit aufgrund von Mindereinnahmen, die durch die Corona-Krise verursacht wurden, sagt Gemeindebürgermeister Kay Gericke (SPD). Das könne die Gemeinde nicht kompensieren. Ob und wie viel Gelder das Land Sachsen-Anhalt den Kommunen als Ausgleich für diese Mindereinnahmen zur Verfügung stellen wird, das sei zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, so Gericke. Während Investitionen vielfach gefördert würden, seien das Problem der Kommunen die laufenden Kosten. Hier hofft der Gemeindebürgermeister auf ähnliche Ausgleichszahlungen, wie sie 2020 erfolgten. Optimistisch ist er außerdem, dass die Gemeinde Biederitz auch in diesem Jahr so genannte Bedarfszuweisungen vom Land erhält. Mit diesen Zuweisungen unterstützt das Land Gemeinden, die sich in der Haushaltskonsolidierung befinden und ein Konsolidierungskonzept umsetzen.

Trotz Defizits würden 2021 keine Steuern erhöht, kündigt Gericke an, und auch in diesem Jahr in einige Projekte in den Ortschaften der Gemeinde investiert. Größte Investition ist mit 1,9 Millionen Euro der Anbau an das alte Rathaus in der Magdeburger Straße 38 in Biederitz. Schon im kommenden Jahr soll hier die Gemeindeverwaltung einziehen.

Tannenweg in Biederitz soll grundhaft ausgebaut werden

Grundhaft ausgebaut werden soll der Tannenweg in Biederitz. Die unbefestigte Straße voller Schlaglöcher hat es dringend nötig. Laut aktueller Kostenschätzung sind für Planungs- und Bauleistungen 400.000 Euro veranschlagt. Welche Kosten davon über Erschließungsbeiträge für den grundhaften Ausbau der Straße von den Einwohnern wieder reinkommen, das steht noch nicht fest. Auch nicht, ob und wenn ja, wie viel Geld das Land als Ausgleich dafür überweist, dass Straßenausbaubeiträge in Sachsen-Anhalt abgeschafft wurden.

Investiert werde auch in die Grundschule Biederitz, sagt Bauamtsleiter Christian Karius. Bereits 2018 waren hier vier Klassenräume saniert worden. Jetzt sollen vier weitere folgen. Von der Elektrik über den Fußbodenbelag bis hin zur Installierung von Schallschutzdecken reichen die geplanten Sanierungsmaßnahmen. 260.000 Euro stehen dafür im Haushalt bereit. 90 Prozent werden über die so genannte Schulinfrastrukturpauschale, ein Programm des Bundes, gefördert. „Ohne solche Förderung könnten wir das als Gemeinde gar nicht leisten“, erklärt Christian Karius.

Sanitäranlagen der Ehlesporthalle könnten saniert werden

Zwei Projekte, die eingeplant, aber noch unsicher sind, sind die Sanierung der Sanitäranlagen der Ehlesporthalle und die Komplett-Sanierung des Basketballplatzes auf der Kantorwiese in Biederitz. Hier wartet die Gemeindeverwaltung zurzeit auf Fördermittelbescheide. Mit 90 Prozent könnte die 35.000 Euro teure Sanierung der Sanitäranlagen aus einem Programm zum Sportstättenbau des Bundes gefördert werden. Für die Erneuerung des Basketballplatzes stehen 75 Prozent von 38.000 Euro aus der europäischen Leader-Förderung in Aussicht. Beide Projekte können nur dann umgesetzt werden, wenn die Förderung erfolgt, betont Christian Karius.

Ebenfalls auf der Basis einer Bundesförderung könnte für geschätzte 156.000 Euro ein Radweg zwischen Klein Gübs und Gübs gebaut werden. Dafür hatten sich Ortsbürgermeister Andreas Lange und der Gübser Ortschaftsrat schon seit Jahren stark gemacht. Die Vorbereitungen für die Beantragung laufen. Gleiches gilt für die Sanierung der Steinernen Brücke bei Gübs. Auch sie ist abhängig von einer Förderung.

In Gerwisch stehen Sanierungsarbeiten für 95.000 Euro im Bürgerhaus an. Hier sollen Kita- und Hortkapazitäten der Gemeinde erweitert werden. Ein zweiter Rettungsweg werde geschaffen, Gruppenräume hergerichtet, Sanitärbereiche saniert und Brandschutzmaßnahmen umgesetzt, kündigt der Biederitzer Bauamtsleiter an.

Bereits begonnen haben die Arbeiten am Bürgerhaus Woltersdorf. Hier sollen die Fassade des Gebäudes erneuert, ein Behinderten-WC eingebaut und das Dach des Bürgerhauses neu eingedeckt werden. Auch die Heizkörper und Zuleitungen werden erneuert.

Für die Unterhaltung von Straßen und Gehwegen habe die Gemeinde in diesem Jahr insgesamt 120.000 Euro eingeplant, kündigt Christian Karius an. Zurzeit erfolge eine Bestandsaufnahme des Zustandes von Straßen und Gehwegen in den Ortschaften. Auf der Basis dieser Bestandsaufnahme soll dann eine Priorisierung der Maßnahmen erfolgen. Außerdem, so der Bauamtsleiter, werde geschaut, welche Maßnahmen die Gemeindearbeiter umsetzen können und welche Arbeiten an Fremdfirmen vergeben werden müssten. „Einige Fußwege müsse dringend gemacht werden“, schätzt Kay Gericke ein. Christian Karius ergänzt, dass dies unter anderem den Fuchsberg in Heyrothsberge betreffe, wo die Senioren des angrenzenden Seniorenheimes zum Teil mit dem Rollator unterwegs sind.

Zufahrt zur Ortsfeuerwehr Königsborn wird beleuchtet

Auch die bestehende Straßenbeleuchtung in der Gemeinde soll ergänzt werden. Insgesamt 30.000 Euro werden in diesem Jahr investiert, unter anderem in die Beleuchtung der Zufahrt zur Ortsfeuerwehr Königsborn. Auch in Woltersdorf sollen bald mehr Straßenlaternen stehen. Bei einem Vor-Ort-Termin wollen Bauamt und Ortschaftsrat gemeinsam einschätzen, wo die Laternen am besten stehen sollten.

„Wir investieren rund 3,8 Millionen Euro“, sagt Kay Gericke. Das seien Investitionen in die Zukunft der Gemeinde. Alle Ortschaften seien bedacht worden.