Brüderstraße

Tauziehen um Sperrung

Die noch immer gesperrte Brüderstraße in Burg wird nun zum Tauziehen zwischen Stadt- und Kreisverwaltung sowie dem Eigentümer.

Von Madlen Bestehorn

Burg l Was sich bereits vor dem 1. August andeutete, hat sich bewahrheitet: Der Schuttberg auf dem Grundstück der Brüderstraße 1 und 2 liegt meterhoch, die Straße ist in Richtung Zerbster Straße weiterhin gesperrt, der Fußweg gerade so breit, dass zwei Personen sich aneinander vorbeidrängen müssen. Und Autofahrer schlängeln sich über die holprige und sanierungsbedürftige Oberstraße. Nichts deutet derzeit darauf hin, dass der Eigentümer hier für eine saubere Baustelle sorgt.

Die Gründe liegen im Dunkeln. Möglicherweise hält er die Reste für wiederverwertbare Bausteine, die erst einmal liegenbleiben können. Das aber sieht das zuständige Bauordnungsamt in der Kreisverwaltung anders – und hofft auf ein Einsehen, bestätigt Kreis-Pressesprecher Henry Liebe. Nachdem der Eigentümer der ersten Räumfrist nicht nachgekommen war, verlängerte die Kreisverwaltung die Frist nun auf Donnerstag, 8. August. „Das ist jetzt der letztmögliche Zeitpunkt, bis dahin hat der Eigentümer nun Zeit“, sagte Liebe.

Allerdings wäre der Besitzer damit noch nicht aus dem Schneider, denn in der Erde befindet sich ein großes Kellergewölbe.

Laut Informationen der Volksstimme gehen Experten davon aus, dass das Gewölbe verdichtet werden müsste, damit Fußweg und Straße keine Schäden nehmen und es zu keinen Abrutschungen kommt. Das bestätigt auch Pressesprecher Henry Liebe: „Das Gewölbe muss ordnungsgemäß verfüllt werden. Diesen Vorgang muss der Besitzer auch dokumentieren und entsprechend kontrollieren lassen.“

Ein Verfahren, das aber teuer werden kann. Ein Fachmann gegenüber der Volksstimme: „Der Besitzer hat wohl im Vorfeld nicht gewusst, worauf er sich einlässt.“ Einige Ratschläge hätte ihm Hannlore Wittmaack geben können. Sie ist die Witwe von Artur Wittmaack, der in diesem Gebäude ein Sportgeschäft führte. „Ich war nur einmal im Keller und habe danach gesagt: ‚Da gehe ich nie wieder runter!‘“, sagt sie. Überhaupt sei das Haus in einem „sehr marodem Zustand“ gewesen „und der Weiterverkauf eine Zumutung“.

In den Verwaltungen gehen die Mitarbeiter angesichts dieser Knackpunkte längst davon aus, dass auch die nächste Frist möglicherweise nicht eingehalten werde. Aber selbst dann werde die Kreisverwaltung nicht sofort eine Ersatzvornahme anordnen, so Liebe. Um den Schuttberg beräumen zu lassen, müsste der Kreis in die eigene Kasse greifen und die Kosten auf den Eigentümer umlegen. Ob dies gelingt, ist unklar: Laut Liebe sei man „in Kontakt“ und würde auch nach Ablauf der spätesten Frist erst einmal das Gespräch suchen.

Für die Stadt, bei der sich laut Pressesprecher Bernhard Ruth auch ständig Bürger wegen der Straßensperrung melden, sei die Situation unbefriedigend. „Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) ist daran gelegen, die Straßensperrung sobald wie möglich aufzuheben – spätestens zum Schulbeginn am 9. August.“ Und weiter: „Sobald das Signal des Bauordnungsamtes kommt, dass alles erledigt ist, werden wir handeln.“

In der Tat sei die Verkehrsführung in Burg „gehandicapt“, räumt Liebe ein. Zumal auch die Feuerwehr eine Umleitung fahren muss.