Burg l Helga Räuber aus der Burger Bebelstraße bezeichnet sich selbst als geduldig. Dass der Festnetzanschluss mal streikt, war für die Rentnerin anfangs nicht der Rede wert. „Technik kann immer mal kaputt gehen“, meint sie.

Diese Gedanken kamen ihr auch am 7. April in den Sinn, als am Abend plötzlich nur noch ein Brummen in der Leitung zu vernehmen war. Auch die nächsten Tage hatten Helga und Kurt Räuber noch Verständnis dafür, dass sie mit den Kindern und Freunden nicht per Telefon reden konnten. Doch nachdem sich herausstellte, dass in der näheren Umgebung auch mehrere Kunden betroffen waren, hofften die Räubers, dass ein entsprechender Servicepunkt in der Innenstadt weiterhelfen konnte. „Der gute Mann konnte zwar per Computer eine Störungsmeldung erkennen, viel mehr wusste er auch nicht.“ Zwischenzeitlich wurden lediglich mehrere Termine genannt, bis wann die Leitung wieder nutzbar sein sollte. So ein Stichtag war auch der 4. Mai. „Aber da tat sich nichts – zum vierten Mal“, ist die Burgerin enttäuscht.

Der Ärger sitzt auch deshalb tief, weil die Eheleute kein Handy haben und auch nicht unbedingt brauchen. „Da machen sich schon viele Bekannte oder Sportfreunde Sorgen, was eigentlich lost ist.“ Mit diesen Sorgen sind sie indessen nicht allein. Auch Nachbarin Christa Ettlich und auch Einwohner aus den Bereichen Fontanestraße und Burg-Süd, die sich in den vergangenen Tagen an die Volksstimme wandten, sind betroffen.

Größerer Schaden

Das bestätigte auch Georg von Wagner von der Telekom. Wie der Pressesprecher gegenüber der Redaktion mitteilte, sei in diesem Bereich der Stadt Wasser in ein Hauptkabel eingedrungen, „und daher sind einige Anschlüsse im Bereich August-Bebel-Straße, Theodor-Fontane-Straße, Am Ring und Magdeburger Chaussee gestört.“ Das Einziehen eines neuen Kabels sei allerdings wegen einer defekten Leerrohranlage gescheitert. Von Wagner: „Daher haben wir durch das Einblasen von Stickstoff versucht, die schadhaften Kabelstücke links und rechts der Bürgermarkstraße zu trocknen.“ Am Mittwoch sei zudem damit begonnen worden, zeitgleich mit den noch laufenden Trocknungsarbeiten die schadhafte Lötstelle zu überbrücken. „Hierzu wird im Kabelschacht in der Bürgermarkstraße ein rund drei Meter langes Kabelstück neu eingesetzt. Mit den Arbeiten sind vier Monteure von uns zeitgleich betraut“, erläuterte der Pressesprecher. Die Telekom geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Schaden in der Woche vom 7. bis 13. Mai behoben sein wird.

Das hofft Helga Räuber. Sie sagt: „Wir haben durchaus Verständnis, dass die Telekom auch Zeit braucht, um einen größeren Schaden zu reparieren. Aber es gehört zu einem guten Service, die Kunden auch konkret zu informieren. Auch das haben wir leider vermisst ...“