Burg l Wen stört der Regen? Besseres Lesewetter gibt’s eigentlich nicht. Und so waren die Dritt- und Viertklässler von der Bücher-Arbeitsgemeinschaft der Grundschule Burg-Süd gut gelaunt, als Mittwoch (16. Oktober)  die erste Bücherbox an der Ecke Südring 2/3 eingeweiht wurde. Auch deshalb, weil die Jungen und Mädchen jetzt Paten sind und immer mit wachen Augen auf die blaue Bücherbox achten werden. „Wir nutzen sie bestimmt ganz oft“, versicherte Schulsozialarbeiterin Anett Wägener. Sie und ihre Schützlinge stöberten schon einmal in den gut bestückten Regalen und staunten nicht schlecht, welche dicken und dünneren Bücher dort zu finden sind. Besser hätte die Einweihung nicht sein können...

Leuchtende Kinderaugen

Kein Wunder, dass sich Wobau-Geschäftsführerin Bärbel Michael mit ihren Mitarbeitern über die leuchtenden Kinderaugen freute. Das Motto „Teilen ist das neue Haben“, um Lesestoff für alle interessierten Burger bereitzustellen, scheint aufzugehen. „Uns ist es ein großes Bedürfnis, allen Menschen den Zugang zu Kultur und Literatur zu ermöglichen. Es ist erschreckend, dass manche Kinder nicht mal mehr überhaupt ein Buch besitzen. Mit dieser Aktion wünschen wir uns, die Lust aufs Lesen wieder zu wecken, Neugierde zu erzeugen und den Austausch unter den Burgern anzuregen“, sagte Michael. Denn die umfunktionierten Telefonzellen sollen sich möglichst auch zu Orten entwickeln, wo man sich trifft und ein paar Worte wechselt.

Aufwertung der Stadtteile

Davon ist auch Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) überzeugt. Denn mit dieser Aktion der Wobau würden auch die jeweiligen Stadtteile weiter aufgewertet. Damit die Boxen möglichst schnell bestückt werden können, hatte er auch Kinderbücher im Gepäck. „Meine Tochter hat gesagt, dass sie diese Bücher nicht mehr benötigt.“ „Burg als ,Brigitte-Reimann-Stadt‘ freut sich sehr über das Projekt der Wohnungsbaugesellschaft. Bücher fesseln, bilden und unterhalten uns seit jeher in jedem Alter. Für mich war es immer wichtig, auch ein guter Vorleser zu sein. Daher wäre mein Wunsch, dass Eltern dieses Angebot auch dazu nutzen, ihren Kindern häufiger vorzulesen. Aus diesem Grund werde ich zehn Bücher spenden – also jeweils ein Buch pro Bücherbox.“

Bilder

Stadtratsvorsitzender Markus Kurze (CDU) ist nicht nur Leser, sondern auch Autor. In dieser Eigenschaft spendete er zahlreiche Exemplare der bekannten Sagen über das Jerichower Land und ist froh, dass auf diese Weise möglichst viele Bücher, die schon ausgedient haben, noch einmal gelesen werden.

Persönlicher Bezug

Damit ein persönlicher Bezug zu den Bücherboxen entsteht und sie zugleich erhalten bleiben, haben Schulen und Vereine die Patenschaft für einzelne Standorte übernommen: Darunter sind die Grundschule Burg-Süd, Grundschule Albert Einstein, die Clausewitz-Sekundarschule, das Soziokulturelle Zentrum (SKZ) sowie das Jugendwerk Rolandmühle.

Die Boxen sind rund um die Uhr geöffnet. Nachts werden sie sogar beleuchtet – umweltfreundlich dank Solarzellen auf dem Dach.