Burg l Die Radwege im Jerichower Land sind immer mal wieder ein brandheißes Thema. Gerade zur Sommerzeit sind viele Radfahrer auf ihren Rädern im Landkreis unterwegs. Allerdings ist streckenweise die Radinfrastruktur noch verbesserungswürdig. „Für die Instandhaltung der Radwege im Landkreis sind die Städte und Gemeinden zuständig“, erklärt Claudia Hopf-Koßmann, Pressesprecherin des Jerichower Landes. „Die Kreisverwaltung ist für die kreisstraßenbegleitenden Radwege verantwortlich und unterstützt die Koordinierungsstellen der überregionalen Radwege bei Fragen zur Beschilderung und Wegführung. Nach unserem Kenntnisstand ist das Gesamtnetz in einem vernünftigen Zustand“, heißt es weiter seitens der Kreisverwaltung.

Abseits der Diskussionen um die Sanierung der Fahrradwege soll das Fahrrad als Fortbewegungsmittel größeren Einfluss bekommen. Die Kreisverwaltung selbst will mit gutem Beispiel vorangehen und verfügt über zwei Elek-trofahrräder, welche die Mitarbeiter für kurze Dienstwege oder die Fahrten zwischen den einzelnen Verwaltungsstandorten nutzen können. „Um die Möglichkeiten des Radtourismus im Jerichower Land zu optimieren, arbeitet die Kreisverwaltung gerade an der Ausweitung der knotenpunktbezogenen Wegweisung im gesamten Landkreis. Hier werden alle Kreuzungen von Radwegen durchnummeriert und Wegweiser zu allen benachbarten Knotenpunkten aufgestellt“, erklärt Claudia Hopf-Koßmann. „Im nördlichen Landkreis ist dies bereits weit fortgeschritten. Ziel ist es, das System im gesamten Landkreis zu etablieren. Im Zusammenhang mit diesem Projekt hat die Kreisverwaltung außerdem einen Fördermittelantrag für die Finanzierung einer Personalstelle für den sogenannten Radwegekoordinator gestellt.“ Außerdem veröffentlichte die Verwaltung drei Reiselektüren, die das Wandern und Radfahren in den Fokus stellen. „Für die digitale Bewerbung der Rad-routen wird das Landesportal „Naturfreude-erleben“ genutzt. Diese App und Webseite bietet über 570 Routen inklusive Informationen zu Höhenprofil, Schwierigkeitsgrad, Weglänge und Sehenswürdigkeiten.“ Ein kurzer Blick auf den Internetauftritt verrät: Die 570 Routen beziehen sich auf das gesamte Bundesland. In der Region Burg gibt es sechs Touren. Eine führt beispielsweise durch den Külzauer Forst. Hinzu kommen zwei Touren in der Region Möckern, zwei in Zerbst und zwei in Genthin, die jeweils für den Fahrradbetrieb und streckenweise für Fußgänger geeignet sind. Des Weiteren arbeitet laut Hopf-Koßmann der Landkreis an verschiedenen Arbeitskreisen wie dem Landesradverkehrsplan Sachsen-Anhalt, dem Altmarkrundkurs, dem Telegraphenradweg und dem Elberadweg mit, um das Thema Radfahren im Jerichower Land weiter voranzubringen.

Vorbereitung auf Straßenverkehr

Und auch in den Schulen sollen die Jüngsten früh verkehrstechnisch erzogen werden. Der Verkehrswachtverein wurde bereits 1992 gegründet, um unter anderem eine Verbesserung der Verkehrssicherheit zu erreichen. „Kinder sollen für die Teilnahme am Straßenverkehr befähigt werden und ein kritisches Verständnis für den Verkehrsablauf erlangen“, so Hopf-Koßmann.

„Erste Grundlagen können hierzu bereits in den Kindertageseinrichtungen geschaffen werden. Durch finanzielle Zuschüsse unterstützt der Kreis sowohl die Durchführung von Verkehrserziehungsmaßnahmen in allgemeinbildenden Schulen und Kindertagesstätten, als auch über die Kinder- und Jugendverkehrserziehung außerhalb von Kitas und Schulen.“

Keine finanziellen Hilfen für Eltern

Viele Bemühungen, um den Verkehr mehr und mehr auf zwei Räder zu bekommen. Allerdings gibt es in einem Punkt noch großen Nachholbedarf. Auf die Frage, ob finanzschwache Eltern vom Landkreis bei der Anschaffung eines Fahrrads unterstützt werden, antwortet die Pressesprecherin mit einem klaren Nein. „Finanzielle Unterstützungsmaßnahmen für den Kauf von Fahrrädern sind nicht bekannt.“