Stadtbild

Vandalismus nimmt wieder zu

Narrenhände beschmieren Tisch und Wände. Das alte Sprichwort erlebt in Burg eine Konjunktur.

Burg l Die Liste von Vorfällen im Januar, die auf dem Tisch des Burger Polizeireviers liegt, ist lang. Darin steht unter anderem: Mülleimer und Pflanzkübel in der Schartauer Straße mit Graffiti beschmiert, Bild auf dem Weinberg verunstaltet, Bank und Steinrondell auf dem Weinberg beschädigt, verfassungsfeindliches Zeichen in Baumstamm geritzt oder Elektroverteiler im Goethepark bemalt. Der Schaden im ersten Monat des Jahres beläuft sich bereits auf mehrere Tausend Euro. Rund 30 Fälle sind bekannt, einige noch vom Dezember. Die Folge: Die Stadt muss öfter in die Kasse greifen, um Schmierereien beseitigen zu lassen oder Reparaturen in Auftrag zu geben. „Auch wenn der Bauhof viele Arbeiten übernimmt, kostet das letztlich auch Geld, das intern verrechnet werden muss“, sagt die zuständige Fachbereichsleiterin Sonnhild Noack. Und: Die Mitarbeiter stünden dann nicht für ihre eigentlichen Aufgaben zur Verfügung.
Was also tun, damit das Bild der Parkanlagen, in die im Rahmen der Landesgartenschau (Laga) allein 17 Millionen Euro investiert wurden, und der Stadt nicht noch mehr verschandelt wird? Für weitere Entscheidungen will die Verwaltung nun jeden Fall statistisch erfassen und auswerten. ?Jede Meldung wird auch angezeigt“, sagt Noack. Außerdem soll die Bestreifung der Parkanlagen durch die Parkwächter fortgeführt und nach Möglichkeit intensiviert werden. Die drei Beschäftigten haben mittlerweile auch ein Auge auf Jugendliche, die sich in den Grünanlagen gern treffen und das nötige Gespür, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „Allerdings ist es unmöglich, dass die Mitarbeiter zu jeder Zeit an allen bekannten Orten anzutreffen sind. Schon gar nicht am späteren Abend.“ Aus diesem Grund sei auch mehr Engagement von Burgern wünschenswert. „Wer Auffälligkeiten bemerkt, sollte sich nicht scheuen, die Polizei oder das Ordnungsamt zu informieren“, sagt die Fachbereichsleiterin. Nur so könne es möglicherweise gelingen, den einen oder anderen Übeltäter auf frischer Tat zu ertappen. „Lieber einen Hinweis mehr geben als einen zu wenig“, unterstreicht Sachgebietsleiterin Claudia Hamann.