Burg l Die Erwartungen am Sonnabendabend waren bei vielen Burgern hoch: In gemütlicher Atmosphäre den karibischen Klängen lauschen, dazu kühle Getränke genießen und natürlich auch etwas essen. Das alles gelang nur in Maßen, wie viele verärgerte Besucher gegenüber der Volksstimme schilderten. Der Frust saß auch gestern noch tief: „Lange Schlangen an dem einen Bierausschank, Besucher, die nicht mehr auf das Gelände gelassen wurden und ein Essenangebot, das mehr als dürftig war“, sagte beispielsweise Thomas Bentz, der mit Familie und Freunden aus dem Bördekreis das Fest besuchte „und total enttäuscht“ war. „Auch die Musik konnte nicht überzeugen“, sagte der Familienvater, der sich fragte, ob die Veranstalter nichts aus der Landesgartenschau gelernt hätten. Auch Uwe Heisinger, der mehrere Jahre im Gaststättengewerbe gearbeitet hat, sagte: „Gastronomisch war der Abend ganz schlecht organisiert. Da hat man eine große Chance vertan.“

Ähnlich sieht das Reimer Tränkler. Er schrieb der Redaktion eine Mail und kritisierte noch den kulturellen Part. Darin heißt es unter anderem: ... Unter dem eintönigen Gelalle des Sängers der wohl schlechtesten karibischen Band, die ich je gehört habe, und dem Gedröhne aus der musikalischen Konserve verließ ich wie auch viele andere Gäste nach 120 Minuten wieder die Veranstaltung (...) Auch das Ambiente hat mir nicht gefallen.“ Der Burger kritisierte zudem die Preise: „Die Veranstalter sollten mal bedenken, dass es nicht nur gut betuchte Gäste gibt, sondern auch viele, die sich diese Preise einfach nicht leisten können oder wie ich auch einfach nicht leisten wollen.“

Andere Leser erinnerten daran, dass sich viele Besucher Pizzen bestellt oder in umliegenden Supermärkten Getränke und Essen besorgt hätten. Und: Da nicht mehr als 600 Gäste auf den Weinberg gelassen wurden, mussten nicht wenige in eine Warteschleife vertröstet werden.

Beim Weinbergfest solls besser laufen

Die Kritik erreichte auch die Stadtverwaltung, bestätigte Pressesprecher Bernhard Ruth am Dienstag. Der schränkte allerdings ein, dass die gastronomische Betreuung vertraglich in private Hände gelegt worden sei und nicht bei der Tourist-Information liege. „Insgesamt hat es nach unserer Einschätzung nicht so funktioniert, wie es einer Großveranstaltung dieser Art hätte sein müssen“, bestätigt Ruth. „Es wird deshalb so schnell wie möglich eine Auswertung mit dem gastronomischen Pächter geben und auch deutliche Worte.“ Nach ersten Gesprächsrunden in der Stadtverwaltung stehe fest: „Beim Weinbergfest am 10. August wird es garantiert besser laufen.“

Die Tatsache, dass nicht mehr als 600 Besucher auf das Gelände gelassen wurden, sei der Sicherheit der Gäste geschuldet. Derzeit werde geprüft, unter welchen Voraussetzungen sich künftig mehr Leute auf dem Areal aufhalten könnten. Wichtig sei beispielsweise, dass die Rettungsdienste im Notfall ungehindert auf den Berg kommen können. „Es ist in unserem Interesse, das sich alle Gäste, die den Weinberg aufsuchen wollen, auch dort wohl fühlen können“, so Ruth.