Loburg l Christian Werner ist ein echtes Loburger Kind. Hier ist er groß geworden, hier lebt er. Als Mitinhaber der Spirit Events GbR und Betreiber der Magdeburger Veranstaltungsdisco „Factory“ hat er Erfahrung in der Veranstaltungsbranche sammeln können und organisiert seit Jahren das „Spirit“-Festival, welches mehrere Tausend Musikfans anlockt.

Künftig, so die Vorstellung von Christian Werner, könnte dieses Festival in Loburg stattfinden. Eine Mini-Ausgabe des Festivals konnten die Loburger im Sommer 2020 erleben.

Einige Fragen noch offen

Das seit Jahren ungenutzte Gelände der Loburger Badeanstalt könnte fester Schauplatz dieses Festivals und einiger weiterer Events werden. Dazu wurde mit der Stadt Möckern bereits über ein Pachtvorvertragsangebot gesprochen, so Christian Werner. Noch allerdings seien auch Fragen zu klären. „Stadt und Ortschaftsrat haben meines Erachtens nichts dagegen“, so der Veranstaltungsunternehmer am Donnerstag im Gespräch mit der Volksstimme. Auch über die Pachtsumme sei man sich mit der Stadt schon einig.

In der Sitzung des Ortschaftsrates Loburg am Montag hatte der Unternehmer seine Idee den Ratsleuten und einigen Bürgern vorstellen können. „Mehr als zehn Veranstaltungstage möchte ich hier gar nicht durchführen“, erklärt Werner, wohl auch, um jene Loburger zu beruhigen, die fürchten, jetzt jedes Wochenende Freiluft-Disco erleben zu müssen.

Ökologischer Beirat wünscht sich Gespräch

Mehrere Komponenten machen das Areal für die Spirit-Event-GbR interessant: etwa der großzügige Platz auf der alten Festwiese und dem alten Sportplatz und natürlich die vorhandenen Wasser- und Stromanschlüsse sowie die Flutlichtanlage des alten Sportplatzes. Wie viel in den Standort investiert werden muss, ist noch offen. Angedacht ist, den Platz zu umzäunen.

Gerne würde Werner schon bald mit der Umsetzung seines Projektes anfangen. Das etwa 10.000 Quadratmeter große Areal müsste zunächst hergerichtet werden. Dazu müssten einige Büsche entnommen werden. „Die Bäume sollen bleiben“, sagt Werner. Das Areal müsste dann gerade gezogen und Gras angesät werden. Zusätzlich sollen im Umfeld Parkplätze entstehen, allerdings keine asphaltierten.

Platz für 6000 Besucher

Platz soll das Veranstaltungsgelände für bis zu 6000 Besucher bieten, wenn denn wieder unter normalen Bedingungen gefeiert werden kann. Im Idealfall könnte ein Osterfeuer für Loburg die erste Veranstaltung auf dem neuen Festgelände sein.

Doch es gibt auch Bedenken gegenüber dem Projekt. So gibt etwa Christoph Kaatz, Mitglied im Ökologischen Beirat Loburg, zu bedenken, dass in den Jahren der Nichtnutzung aus der Badeanstalt ein Sekundärbiotop geworden sei. „Dies ist ein aufgelassener, sich entwickelnder Bereich, den sich die Natur zurückholen durfte.“ So müsste geklärt werden, ob die geplante Heckenbeseitigung genehmigt werden müsse.

Ebenfalls würden unmittelbar nebenan Landschaftsschutzgebiete liegen. „Ich würde mich freuen, wenn es hier noch Gespräche mit dem Ökologischen Beirat gibt.“ Die Vogelschutzwarte hat zudem im hinteren Bereich des Storchenhof-Geländes ihre Qurantänestation für Pflegetiere.

Bedenken könnten die Loburger auch haben, was die Festivalbesucher betrifft: Wer kommt da und welche Musik wird da gespielt? Dazu erklärt Christian Werner: „Wir haben keine bestimmte Zielgruppe. Zu den bisherigen Bands, die man gebucht hatte, zählten etwa „Bosse“ und „Silbermond“, aber auch musikalisch härtere Gangarten.

Nazis sind nicht willkommen

Was die gewünschte Besucherklientel betrifft, lohnt sich ein Blick auf die Internetseite des „Spirit“-Festivals, welches zuletzt jedes Jahr in Niedergörsdorf stattgefunden hat: Dort schreiben die Veranstalter unverblümt, dass sie sich gegen Nazis, Rassisten, Reichsbürger, Aluhutträger sowie gegen homophobes und sexistisches Gedankengut aussprechen: „Wir sind ein buntes, offenes und friedliches Festivalvolk! Keine Gewalt, aggressives Verhalten oder ähnliches. Seid nett und freundlich zueinander, habt einfach Spaß!“

Loburgs Ortschefin Gabriele Schmohl steht eigenen Aussagen nach der Idee grundsätzlich positiv gegenüber: „Wir hätten Christian Werner nicht zu der Projektvorstellung eingeladen, wenn das Festival im Sommer nicht gut gelaufen wäre. Okay, es war laut, aber es war auch pünktlich wie vereinbart zu Ende.“

Und auch Christoph Kaatz erklärt: „Nach dem Konzert war auf dem Gelände wieder alles aufgeräumt.“