Burg/Genthin l Hier und da eine kleine Rede, dazu Häppchen und Orangensaft – dies war der nette Rahmen einer Festveranstaltung am Montag bei der Burger Volksbank am Rolandplatz. Bankvorstand Martin Trahe und Mitarbeiterin Nordica Kühne überreichten den Empfängern symbolisch ihre Spenden und ließen sich von den Einrichtungen berichten, was aus dem Geld in der Realität geworden ist: „Ohne die Arbeit der Ehrenamtlichen würde unserer Gesellschaft etwas fehlen“, sagte Trahe.

Laut Nordica Kühne stammt das Geld, ganz genau sind es 24.224 Euro, aus dem Volksbank-Gewinnsparen: „Derzeit sind mehr als 10.000 Lose im Umlauf. Ein Los kostet fünf Euro, davon werden vier Euro gespart, mit einem Euro nimmt der Sparer an einer Verlosung teil.“ Gewinnen können die Teilnehmer unter anderem ein Auto oder eine Reise.

Gewonnen haben natürlich auch die 23 Einrichtungen im Jerichower Land, die sich die 24.000 Euro teilen dürfen. Hier einige Beispiele:

Kreisfeuerwehrverband: „Angeschafft wird von dem Geld ein Baumbiege-Simulator“, erklärt Daniela Quenstedt. „Damit können wir verschiedene Situationen bei Einsätzen beispielsweise nach Unwettern darstellen. Wir wollen unseren Kameraden jeweils vor Ort eine entsprechende Ausbildung ermöglichen.“ Nordica Kühne meint: „Damit profitieren wir alle von dieser Investition, wenn mal ein solcher Notfall eintritt.“

Karither SV: „In unserem Verein fließt das Geld in die Jugendarbeit. Angeschafft werden davon diverse Trainingsmittel und Bälle für den Spielbetrieb der jungen Fußballer“, sagte Bernd Burow.

BBC: Die U15-Fußballer absolvieren ihre Punktspiele in der Verbandsliga. „Wir spielen dort unter anderem gegen den 1. FC Magdeburg und Germania Halberstadt, da möchte das Team natürlich auch optisch ein ordentliches Bild abgeben“, sagte Co-Trainer Jens Friedrich. Bei der Festveranstaltung der Volksbank trugen er und zwei seiner Jungs (Tim Lattki, Robin Wehrmann) die neuen Trainingsanzüge mit Bankenemblem.

Kita Königsborn: Der Förderverein hat jede Menge Fahrzeuge angeschafft, unter anderem kleine Roller: „Die sind für unsere Fahrstrecke auf dem Kitagelände in Königsborn“, erzählte Leiterin Fanny Fröschki. Es war dringend Zeit für Neuanschaffungen, die alten Autos und Roller wurden viel genutzt und halten bei täglicher Belastung natürlich nicht ewig.

Kita MS Piratenclub: Seit drei Jahren veranstaltet die integrative Kita Möser-Schermen einen Tag der Naturwissenschaften. „Jetzt haben wir von dem Geld der Volksbank einen großen Leuchttisch gekauft, mit dem die Kinder experimentieren können“, sagte Ulrike Schulze.

Volkssolidarität Schermen: Eine Gedenkstätte namens „Schacht Schermen“ ist das großes Projekt der entsprechenden Interessengemeinschaft. Dieser Schacht unweit des Karlshofes besteht aus zehn Findlingen und zeigt den Ort, an dem im Mai 1945 kurz vor Kriegsende zehn polnische Zwangsarbeiter von der SS erschossen wurden. Manfred Wucherpfennig sagte: „Was damals wirklich geschehen ist, wird in einer Schautafel nachzulesen sein. Während die Schautafel bereits existiert, ist das Plakat dafür noch nicht gedruckt.“

Pionierhaus Burg: „Ehrenamtlich wird das Pionierhaus betrieben“, berichtet Ulrike Strohbach. Im ganzen Jerichower Land bekannt sind die dortigen Ferienspiele sowie Veranstaltung für Leute jeden Alters. Der Verein hat Haus und Grundstück vor einigen Jahren gekauft. Ulrike Strohbach: „Wir wollen hier für die Stadt nachhaltig etwas bewegen.“ Angeschafft hat der Verein für diakonische Arbeit ein großes Kletterelement, das jetzt auf dem Pionierhaus-Grundstück steht.

Grundschule Wörmlitz: Annett Hentschel ist seit zwei Jahren Leiterin der Wörmlitzer Heinrich-Heine-Grundschule. Nach Schülerzahlen (66) ist es aktuell die kleinste im Jerichower Land. „Dennoch gibt es bei uns ein modernes und attraktives Schulleben“, erklärte die Direktorin. Mit dem Volksbank-Geld hat sich die Schule einen Beamer plus Leinwand gekauft, von dem Hentschel zufolge Lehrer und Schüler profitieren.

Kreissportbund: Geschäftsführer Bernd Mittelstädt berichtete von der Statistik des Sportbundes, zu dem im Landkreis 150 Vereine mit 15 000 Mitglieder gehören: „Wir haben im Jerichower Land 150 lizenzierte, ehrenamtliche Übungsleiter.“ Angeschafft werden soll ein mobiles Soccer-Spielfeld. Das ist ein kleiner Kunstrasen-Fußballplatz, den künftig Vereine für ihre Veranstaltungen ebenso nutzen können wie Schulen und Kindertagesstätten. Mittelstädt rechnet damit, dass das Spielfeld ab Mai zur Verfügung stehen wird.

Schule für Lernbehinderte: Laut Katrin Köppe verfügt die Burger Schule über ein grünes Klassenzimmer. Jedoch war die Ausstattung in die Jahre gekommen: „Deshalb haben wir neue Tische und Sitzgelegenheiten angeschafft.“

Vehrkehrswacht: Die Burger Verkehrswacht feiert im April 25-jähriges Bestehen. Der alte Bus hat dieses Jubiläum nicht mehr erreicht: „Die Kosten für die Instandhaltung waren zu hoch“, erzählte Gerhard Ritz. Die Verkehrswacht habe den Bus und den dazugehörigen Fahrsimulator verkauft. Das Volksbank-Geld fließt in den Kauf eines neuen Fahrsimulators.

Feuerwehr Gladau: Neun Mitglieder zählt die Jugendfeuerwehr in Gladau. Hinzu kommen die zwölf kleinen Steppkes der Kinderabteilung, die laut Gabi Wille offiziell Kinder-Feuerwehrklub genannt wird. Bei so vielen jungen Mitgliedern wurde der Dienstraum in Gladau zu klein. Nach einer Umgestaltung nutzt die Feuerwehr die Räume des alten Jugendklubs. Gabi Wille: „Von dem Geld haben wir Küchenmöbel besorgt.“

Jugendfeuerwehr Möckern: Die Stadt Möckern hat inklusive aller Ortsteile 19 Jugend- und vier Kinderfeuerwehren. Jugendwartin Cornelia Vietmeyer berichtete vom neuen Projekt, einem Brand-Demo-Haus: „Damit geht eine Brandschutzgruppe in die Einrichtungen um Aufklärungsarbeit zu leisten.“ Das Spendengeld ist jedoch in Brandschutzkoffer geflossen. Vietmeyer zufolge werden für das Brandhaus noch Sponsoren gesucht.

Wörmlitzer SV: Was Real Madrid und Borussia Dortmund schaffen, kann der Wörmlitzer SV schon lange. So ähnlich wie 1998 im Santiago-Bernabéu-Stadion ist auch in Wörmlitz ein Tor umgefallen: „Vermutlich aus Altersschwäche“, witzelt Frank Bleis, der Nordica Kühne einen WSV-Fanschal überreichte. Umgefallen war das Wörmlitzer Tor im wichtigen Spiel um den Aufstieg gegen Blau-Weiß Niegripp II beim Stand von 2:1 für die Gastgeber. Bleis: „Wir hatten Glück im Unglück, siegten am Ende 3:1.“ Trotzdem musste schnell ein neues Tor her. „Da hat uns die Volksbank unkonventionell geholfen“, sagte Frank Bleis.

Noch mehr Projekte: Über ein neues Trampolin freuen sich die Kinder aus der Kita Wirbelwind. Der Genthiner Volleyballverein hat neue Sport- und Trainingsgeräte angeschafft. Gleiches gilt für die Jugendabteilung des SV Union Heyrothsberge, die mit Blau-Weiß Gerwisch eine Nachwuchs-Spielgemeinschaft bildet. Ganz neu gibt es dort laut Carsten Böhme die Abteilung Stollenzwerge: „Da trainieren Kinder ab drei Jahren.“