Landesstraße 52

Großbaustelle in Lostau: Vollsperrung wird „aktuell diskutiert“

Eine vollständige Sperrung der Landesstraße (L) 52 an der Großbaustelle in Lostau, auch für den örtlichen Verkehr, wird laut Landkreis „aktuell diskutiert“. Die Verkehrsbehörde des Landkreises will zunächst aber die Entwicklung weiter beobachten.

Von Anke Reppin
Baustelle und provisorische Ortsdurchfahrt nahe der Lungenklinik Lostau auf der Landesstraße 52.
Baustelle und provisorische Ortsdurchfahrt nahe der Lungenklinik Lostau auf der Landesstraße 52. Foto: Anke Reppin

Lostau - Zurzeit wird die Verkehrslage an der Großbaustelle der L 52 am Ortseingang Lostau täglich überprüft. Das erklärt die Sprecherin des Landkreises Jerichower Land, Claudia Hopf-Koßmann. Beim Landkreis ist die Untere Verkehrsbehörde angesiedelt. Sie ist zuständig für verkehrsrechtliche Anordnungen im Fall von Baumaßnahmen. Das heißt, der Landkreis entscheidet über Sperrungen und den Verlauf von Umleitungen.

An der L 52, Ortsdurchfahrt Lostau, wird seit Ende Mai dieses Jahres kräftig gebaut. Die Fahrbahn der Landesstraße wird in diesem Bereich erneuert, eine Mittelinsel gebaut, die Fußgängern ein sicheres Überqueren der Landesstraße ermöglichen soll. Außerdem wird die Bushaltestelle an der Lungenklinik im Zuge der Arbeiten behindertengerecht umgebaut.

Landkreis legt Sperrung und Umleitung fest

Darüber hinaus wird hier der zweite Teil des straßenbegleitenden Radweges zwischen Hohenwarthe und Lostau fertig gestellt. Dort, wo einmal der Radweg entlang führen soll, darf zurzeit der örtliche Verkehr zwischen den beiden Ortschaften auf einer provisorischen Straße fahren. Für andere Fahrzeuge, insbesondere den Lkw-Verkehr, ist die Durchfahrt gesperrt. Dieser Verkehr muss eine Umleitung über Niegripp, Burg und die Bundesstraße 1 nehmen.

Der Landkreis hatte die Sperrung und die Verkehrsführung im Vorfeld der Baumaßnahmen so festgelegt. Mittlerweile ist aber offensichtlich, dass auf der provisorischen Straße nicht nur der örtliche Verkehr fährt. Des Weiteren klagen Anwohner darüber, dass die provisorische Schotterstraße dicke Staubwolken produziert, die alles im Umkreis mit einer Schicht aus rotem Staub bedecken. Das belastet die Anwohner stark.

„Das Verkehrsaufkommen entlang der L 52 hat in den vergangenen Wochen zugenommen“, sagt die Sprecherin des Landkreises. Die Verbindung zwischen der Anschlussstelle Lostau und der Bundesstraße 1 sei „allseits bekannter geworden“. Über eine Vollsperrung werde deshalb „aktuell diskutiert“.

In der verkehrsrechtlichen Anordnung zur Baumaßnahme sei unter anderem bei Bedarf die Maßnahme vorgesehen, „die L 52 voll für den Gesamtverkehr zu sperren“, so Hopf-Koßmann. Dieser Schritt solle jedoch nur dann ergriffen werden, wenn festgestellt wird, dass die Nutzung der eingerichteten Umfahrung „das zu erwartende Maß übersteigt“.

„Die Landesstraße 52 besitzt eine wichtige Funktion, gerade für die Ortschaft Hohenwarthe“, erklärt die Sprecherin dazu. Es sei daher davon auszugehen, dass die Aufrechterhaltung der Umfahrungsmöglichkeit „im Interesse zahlreicher Hohenwarther und Lostauer liegt“. Für viele Bürger könne der Wegfall der Umfahrungsmöglichkeit erhebliche Einschnitte mit sich bringen, sagt Hopf-Koßmann. Alternativen zur Nutzung der Umfahrung entlang der L 52 bestünden derzeit nicht.

Verkehr auf provisorischer Straße hat zugenommen

„Eine Vollsperrung hat immer zur Folge, dass die Verbindung zwischen Hohenwarthe und Lostau entfällt. Anwohner beider Ortschaften müssen dann eine Umleitung über Niegripp, Burg und Möser beziehungsweise umgekehrt in Kauf nehmen“, erklärt die Landkreis-Sprecherin. Deshalb müsse jede Entscheidung für oder gegen eine Vollsperrung auch die Interessenslagen aller Beteiligten berücksichtigen. Der Landkreis als Untere Verkehrsbehörde sei hierzu „im ständigen Austausch mit den übrigen Behörden, wie der Landesstraßenbaubehörde, der Gemeinde Möser und der Polizei, als auch mit den Anwohnern“, so Claudia Hopf-Koßmann. Der Landkreis berücksichtige sowohl die von Baulastträger und Baubetrieb geäußerten Erfordernisse als auch die Interessen der Ortschaften.

„Die über allen Erwartungen liegende Staubentwicklung wird äußerst kritisch betrachtet“, sagt Hopf-Koßmann. „Ursächlich sind die teils deutlichen Überschreitungen der vorgeschriebenen Geschwindigkeit entlang der Baustellenumfahrung.“ Eine Geschwindigkeitsüberwachung sei aufgrund des Platzmangels und aus technischen Gründen nicht möglich. Der Staub ist ein Indikator dafür, dass die Umfahrungsmöglichkeit nicht wie vorgeschrieben genutzt werde. Diese Problematik fließe entsprechend in die Entscheidungsfindung für oder gegen eine Vollsperrung ein.

Der Zeitplan ist nicht in Gefahr

Nach Auskunft von Hopf-Koßmann drängen die Baufirmen aus bautechnologischer Sicht „bisher nicht auf eine Gesamtsperrung“. Auch wäre für den angedachten Zeitplan, der ein Ende der Baumaßnahmen am 29. Oktober vorsieht, „im Moment ohne eine Vollsperrung keine Verlängerung der Maßnahme zu befürchten“, erklärt die Landkreis-Sprecherin.

Am Rande einer Bauberatung vor Ort, die in der vergangenen Woche stattfand, hatte es geheißen, dass die Baufirma Eurovia signalisiert habe, dass sie im August unter Vollsperrung arbeiten will. Dadurch könne ab Mitte September die Landesstraße 52 zumindest halbseitig freigegeben werden. Hintergrund sei, dass eine Vollsperrung für die Baufirma ein schnelleres Bauen und mehr Sicherheit für die Bauarbeiter bedeute.

Auto an Auto drängt über die provisorische Umfahrung der L 52 und produziert dabei dicken roten Staub.
Auto an Auto drängt über die provisorische Umfahrung der L 52 und produziert dabei dicken roten Staub.
Foto: Anke Reppin