Burg l „Brückentag – was ist das. Ein Fremdwort“, lacht Andrea Gerlach, Geschäftsführerin der Traditionswäscherei im Burger Industrie- und Gewerbegebiet. „So etwas kennen wir nicht.“ Mit anderen Worten: Am 11. Mai, wo etliche Behörden wie jedes Jahr geschlossen haben und auch Firmen Urlaub gewähren oder Arbeitnehmer Stunden abbummeln können, klotzen etwa 28 Mitarbeiter mächtig ran. Da wird geschwaschen, gemangelt, gebügelt, gelegt... „Unsere Auftragsbücher sind voll, mehr geht nicht mehr“, meint Ehemann und Firmenchef Torsten Gerlach. Und weil alle der rund 500 Dauerkunden auch pünktlich ihre Wäsche bekommen sollen, müssen die Feiertage sogar herausgearbeitet werden. Das heißt nichts anderes, als dass Sonnabend eine „ganz normale Schicht gefahren wird. Sonst würden wir unser Pensum gar nicht schaffen. Denn die Kundschaft muss sich auf uns verlassen können“, erläutert Angela Gerlach. „Das ist selbstverständlich“. Genauso normal sei es für die Gerlachs, dass alle Mitarbeiter „um diesen Zeitablauf wissen und ohne zu murren an einem Strang ziehen. Wir sind jeden Tag stolz auf unsere Mannschaft mit 30 Beschäftigten“, versichert das Ehepaar. Für die Mitarbeiter, wozu auch vier Männer gehören, sei die Arbeit an Brückentagen nicht das Problem, vielmehr sei es für viele junge Frauen schwierig, an solchen Tagen die Kinder betreuen zu lassen, wenn Eltern oder Großeltern nicht gerade in der Nähe wohnen. „Da machen es sich die Kindereinrichtungen oder deren Träger oft zu einfach. Die Kleinen in fremde Einrichtungen zu bringen, kann ja nicht die Lösung sein“, sagt Familienvater Torsten Gerlach.

Mit dieser Meinung steht er übrigens nicht allein: Auch Stadtrat Dr. Hans-Norbert Wolffgang (Fraktion Dr. Wolffgang/Erben) hatte auf den jüngsten Sitzungen des Gremiums mehrfach auf dieses Problem hingewiesen und gemahnt, dass die Kinderbetreuungszeiten auch der freien Wirtschaft angepasst werden müssten und mehr Flexibilität verlangt. „Man kann Kinder nicht wie ein Möbelstück in andere Einrichtungen wegbringen“, sagte Dr. Wolffgang.

Zurück zur Wäscherei, wo bei den Frauen und Männern alle Handgriffe sitzen und bei allem Stress noch gute Laune verbreitet wird. Inga Plettner aus Burg arbeitet seit acht Jahren bei Edelweiß. Dass sie am Brückentag und Sonnabend wieder ran muss, ist für sie „völlig in Ordnung. Die arbeitet macht doch Spaß hier. Und das ist das Wichtigste.“